Wachau-Marathon 2026

Sieger kommt als Fliegenschwarm ins Ziel

Sport-Mix
13.09.2026 18:42
Porträt von Sophie Hartl
Von Sophie Hartl

Rund 8.000 Teilnehmer waren beim 26. internationalen Wachau-Marathon angekündigt, der am 13. September über die Bühne ging. Auf der Strecke wurden die Läufer zudem tierisch begleitet – so kam der Sieger übersät mit Fliegen ins Ziel. 

Als James Prince die Ziellinie in Krems überquerte, war seine Freude über den Sieg zunächst sehr groß. Als er allerdings ein Selfie aufnehmen wollte, erschrak der Engländer vor seinem eigenen Spiegelbild, denn er war übersät mit kleinen Fliegen. „Ach verdammt, ich muss sofort duschen“, scherzte der frischgebackene Marathon-Sieger als er die schwarzen Punkte begutachtete.

Ganz überraschend kommt die tierische Begleitung zu dieser Jahreszeit allerdings nicht. In der Wachau herrscht gerade Hochbetrieb rund um die Weinlese, die in Österreich wegen der hohen Temperaturen heuer ungewöhnlich früh begonnen hat. Für die meisten Läufer war das aber nur eine kleine Nebenerscheinung eines ansonsten rundum gelungenen Rennens.

„Da konnte ich gar nicht aufgeben“
Besonders angetan war der Engländer von der Stimmung entlang der Strecke. „Die Zuschauer feuerten wirklich alle Läufer an, da kann man gar nicht aufgeben“, zeigte sich der Sieger begeistert. Gerade bei einem Marathon kann die Unterstützung von außen entscheidend sein. Die Strecke durch die Wachau ist zwar flach, 42 Kilometer bleiben aber 42 Kilometer. Der Kurs führt zunächst von Emmersdorf flussaufwärts bis Weitenegg. Dort wird eine Schleife gelaufen, ehe es wieder donauabwärts auf der B3 über Spitz Richtung Krems geht.

Auch für die etwas langsameren fanden die Zuseher die passende Motivation.
Auch für die etwas langsameren fanden die Zuseher die passende Motivation.(Bild: Sophie Hartl)
Große Überzeugung von Seiten der Unterstützer von Jana.
Große Überzeugung von Seiten der Unterstützer von Jana.(Bild: Sophie Hartl)
Für die besten Freundinnen wurden keine Mühen gescheut.
Für die besten Freundinnen wurden keine Mühen gescheut.(Bild: Sophie Hartl)

Ohne Fitnesstracker dafür ganz vorne
Bei den Frauen setze sich wie im Vorjahr Katrin Zauner durch – und das ohne ihre Aktivitäten zu tracken. Während für viele ambitionierte Läufer inzwischen GPS, Puls, Kilometerzeiten und Durchschnittspace zum selbstverständlichen Trainings- und Wettkampfprogramm gehören, verzichtet Zauner bewusst darauf. „Ich laufe, weil es mir Spaß macht. Ich höre einfach auf meinen Körper, anstatt mit von einem Gerät etwas sagen zu lassen – und das funktioniert prima“, erklärt sie.

Ein Kampf gegen den eigenen Kopf
Auch bei den Männern gab es aus österreichischer Sicht Grund zum Feiern. Nikolai Aviñante wurde Zweiter des Marathons und damit schnellster Österreicher. Bis zur Halbmarathon-Marke lief es für Nikolai noch entsprechend gut. Danach begann der Marathon seine Rechnung zu präsentieren. Kilometer für Kilometer wurde die Belastung größer.

Gerade diese Phase unterscheidet einen Marathon von einem gewöhnlichen Lauf. Die Beine werden schwerer, die Konzentration lässt nach und plötzlich wird die Frage, ob man noch weiterlaufen kann, zu einer mentalen Herausforderung. „Aber durchhalten zahlt sich immer aus“, ist der stolze Zweitplatzierte überzeugt.

 

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