In einer Unterkunft von Migrantinnen und Migranten in Griechenland ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Zunächst hat eine Gruppe einen Teil der inneren Umzäunung niedergerissen und anschließend Steine und andere Gegenstände auf die alarmierten Sicherheitskräfte geworfen.
Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt und 17 festgenommen. Bei den Ausschreitungen in der Gemeinde Sintiki nahe der bulgarischen Grenze wurden auch Gebäude, Gemeinschaftsbereiche, Überwachungskameras und weitere Einrichtungen beschädigt. Einigen Migrantinnen und Migranten gelang es, einen Teil des äußeren Drahtzauns zu durchtrennen und das Gelände zu verlassen. Drei Menschen wurden noch vor Ort von der Polizei festgehalten. 14 weitere wurden laut einem Bericht des griechischen Rundfunks ERTNews wenig später in der Umgebung gefunden und festgenommen.
Die Verletzten wurden zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei prüft noch, ob weitere Bewohnerinnen und Bewohner die geschlossene Einrichtung während der Unruhen verlassen konnten. In Sintiki sind ungefähr 500 Migrantinnen und Migranten untergebracht, wovon die Mehrheit abgeschoben werden soll.
Hier sehen Sie ein Bild von der Einrichtung:
Hunderte Asylsuchende sollen verlegt werden
In den vergangenen Tagen kamen Hunderte weitere Migrantinnen und Migranten nach Griechenland, die vor der Küste der Insel Kreta aus dem Meer gerettet worden waren. Die Behörden wollen sie nun in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung diene der „Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung“ der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit.
Im Falle einer Ablehnung von Asylanträgen würden Abschiebeverfahren eingeleitet. Der Bürgermeister von Mytilini auf Lesbos hat sich am Sonntag mit örtlichen Hoteliers zu einem Krisentreffen getroffen. Auf Kreta gibt es aktuell nur eine provisorische Unterkunft für Asylsuchende. Dort soll aber ebenfalls bald ein Aufnahmezentrum errichtet werden. Auch Abschiebezentren außerhalb der EU seien geplant, teilte das Ministerium mit.
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