Den Wiener Neustädtern fehlen nach 15 Runden schon sechs Punkte auf den Vorletzten Admira und damit einen Nichtabstiegsplatz. Bis ein Nachfolger gefunden ist, werden der bisherige Co-Trainer Christian Ilzer und Sportmanager Günter Kreissl interimistisch die Mannschaft coachen.
"Es wird aber keinen Schnellschuss geben, das Wichtigste ist Qualität", betonte Kreissl. Es könnte daher sein, dass der 40-Jährige und Ilzer auch noch als hauptverantwortliche Personen die Mannschaft im Duell gegen den WAC nach der Länderspielpause betreuen. "Es ist nicht unser Ziel, Trainer zu bleiben", schloss Kreissl eine Dauerlösung im Falle eines Erfolgs aber aus. Zu möglichen Nachfolgekandidaten oder einem Anforderungsprofil wollte sich Kreissl nicht äußern. "Im Interesse des Vereins werde ich die Trainersuche nicht kommentieren", sagte Wiener Neustadts Sportchef.
Manager lobt Pfeifenbergers Charakterstärke
Die Wiener Neustädter hatten nach dem 1:1 am Samstag bei der Admira einen Prozess gestartet, um zu schauen, ob der Klub auf dem richtigen Weg sei. "Es ist nie etwas hinterrücks passiert, wir haben viele Gespräche geführt. Am Montag ist er dann an uns herangetreten, und hat gesagt, dass eine Trennung vielleicht die beste Lösung für den Klub ist", sagte Kreissl. "Das zeugt einmal mehr von seiner Charakterstärke", ergänzte der Ex-Goalie.
Die Mannschaft wurde von der Nachricht überrascht. "Die Mannschaft hat die Entscheidung mit ungewöhnlicher Betroffenheit aufgenommen, weil er ein sehr geschätzter Mensch war", erklärte Kreissl. Auch Pfeifenberger selbst fiel der Abschied schwer. "Für mich war es ein ausgesprochen schöner und cooler sportlicher Lebensabschnitt, in dem ich mit vielen positiven Typen sehr emotionale Momente erleben durfte. Diese Zeit hat mich sicher auch in meiner persönlichen Entwicklung geprägt", wurde der Salzburger in einer Vereins-Aussendung zitiert.
Seit Sommer 2012 im Amt
Pfeifenberger war im Sommer 2012 von Grödig nach Wiener Neustadt gekommen und hatte mit dem vielerorts als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelten Klub zweimal den Klassenerhalt geschafft. 2012/13 als Siebter mit 36 Punkten, damit aber nur einem Zähler mehr als Absteiger Mattersburg, 2013/14 als Achter mit 39 Zählern und zehn Punkten Differenz zu Schlusslicht Wacker Innsbruck.
Diese Saison hätte die positive Punkteentwicklung trotz Jahr für Jahr verringertem Budget weitergehen sollen. 10 Punkte pro Saisonviertel waren das erklärte Ziel. Im ersten Viertel gelangen sieben Punkte, in der Folge kamen bisher nur zwei weitere Zähler dazu. Mittlerweile sind die Niederösterreicher acht Runden ohne Sieg, mit dem 1:1 zuletzt bei der Admira wurde eine große Chance vergeben, Platz neun entscheidend näher zu rücken.
"Wir haben heuer die engen Spiele nicht gewonnen. Das ist uns in den letzten Jahren oft gelungen", nannte Kreissl einen Grund für die Misere. Mit sieben Punkten nach sieben Runden sei man noch im Plansoll gewesen. "Dann hat es für mich zwei, drei Schlüsselspiele gegeben", sagte Kreissl. Gemeint sind vor allem die Spiele in Altach (0:2) und gegen Ried (0:1), wo für Wiener Neustadt mehr möglich gewesen wäre. Zudem kam auch noch das Wetterpech im Duell mit Grödig hinzu. Die Partie der 14. Runde wurde beim Stand von 1:0 für die Pfeifenberger-Truppe nach knapp 20 Minuten wegen Nebels abgebrochen, komplett neu ausgetragen und schlussendlich mit 2:4 verloren.
Zweiter Trainerwechsel der Saison
Es war der zweite Trainerwechsel in der noch jungen Bundesliga-Saison. Bei Sturm Graz hat Ende September Franco Foda die Nachfolge des zu Leeds United abgewanderten (und mittlerweile schon wieder entlassenen) Darko Milanic angetreten.
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