„Wird gewinnen“

Wadephul will Kiew Patriot-Raketen beschaffen

Außenpolitik
23.08.2026 20:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat der Ukraine weitere humanitäre Hilfe von 50 Millionen Euro zugesichert. Außerdem versprach er bei seinem Besuch in Kiew, weiter versuchen zu werden, Bündnispartner zur Abgabe von Patriot-Raketen zu bewegen.

Während der Außenminister zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Samstag an einem Veteranentreffen teilnahm, wurde ein nur 30 Kilometer entfernter Vorort von Kiew mit drei Raketen angegriffen. Zwei Menschen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Auch bei dem Veteranentreffen gingen auf den Handys die Sirenen an: Luftalarm. „Das macht uns noch einmal in erschreckender Weise klar: Wir sind hier in einem Kriegsgebiet“, sagte Wadephul. Und dieser Krieg werde nicht nur an der Front ausgetragen, sondern überall im Land.

Am meisten benötige die Ukraine derzeit Mittel zur Abwehr der sehr schnellen ballistischen Raketen. Selenskyj fordert seit Langem zusätzliche Patriot-Abwehrraketen US-amerikanischer Bauart – doch bisher ohne Erfolg. Zu den möglichen Lieferanten zählen Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die deutsche Bundeswehr hat schon fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit mehr, aus ihren eigenen Beständen zu liefern. Man habe schon auf Reserven zurückgegriffen, sagte Wadephul jetzt. Der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) solle das aber noch einmal prüfen.

Ein Patriot-Raketen-Abwehrsystem (Archivbild)
Ein Patriot-Raketen-Abwehrsystem (Archivbild)(Bild: Public Domain)

Selenskyj: 30 Milliarden Euro von EU nötig
„Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen“, sagte der CDU-Politiker gleich nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. Wie der Krieg ende, sei eine entscheidende Frage für die Zukunft Europas. „Und er muss so enden, dass nicht das Recht des Stärkeren sich durchsetzt, sondern dass die Stärke des Rechts sich durchsetzt.“

Die Ukraine braucht nach den Worten von Selenskyj dringend 30 Milliarden Euro von der EU für die Verteidigungsausgaben. Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Streitkräfte, die Kompensationen für die Familien der gestorbenen Soldatinnen und Soldaten sowie andere Ausgaben zu bezahlen. „Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen“, sagte der ukrainische Präsident.

Kiews Streitkräfte hätten seit Jahresbeginn 820 Quadratkilometer Fläche befreit. Allerdings habe Russlands Militär in dem Zeitraum 990 Quadratkilometer erobert. Der Kriegsgegner plant laut ukrainischer Einschätzung die Mobilisierung von 300.000 weiteren Soldatinnen und Soldaten im September.

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