Über jüngste Attacken

Putin: „Kiew hat Geist aus der Flasche gelassen“

Außenpolitik
22.08.2026 22:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Ukraine habe mit den Attacken gegen Russlands Wirtschaft die „Büchse der Pandora“ geöffnet, sagte Kremlchef Wladimir Putin. Damit ist ein Quell des Unheils gemeint. Kiew habe selbst den „Geist aus der Flasche“ gelassen und müsse nun mit baldigen Gegenmaßnahmen rechnen.

Zuvor hatten ultranationalistische Kreise in Russland Putin aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“ Schon in den vergangenen Wochen hatte das russische Militär immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt – in dem Wissen, dass das Land kaum noch Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilpersonen getötet wurden wie seit Langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv. Sie hätten den russischen Streitkräften an der Front geholfen, ihre Aufgaben zu erfüllen, behauptete er.

Die ukrainische Seite hatte zuletzt immer wieder Raffinerien und Industrieanlagen in Russland angegriffen, darunter etwa Onlinehändler. Die Ukraine stellt diese Angriffe als Teil einer Kampagne gegen die wirtschaftliche Infrastruktur dar, die den russischen Krieg unterstützt. Bei einer Welle von Drohnenangriffen wurden zuletzt aber auch mindestens sechs Zivilpersonen getötet. Putin kommentierte nun, dass Kiew mit dem 40-Tage-Plan für eine Vernichtung der russischen Wirtschaft gescheitert sei. Die Einheit der Bevölkerung sei nicht zerstört worden, für die Lage auf dem Schlachtfeld habe es nichts gebracht.

Zitat Icon

Die Ukraine hat die Büchse der Pandora geöffnet. Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr.

Russlands Präsident Wladimir Putin

Schäden eingeräumt
Zugleich räumte der Machthaber aber Schäden ein. Man werde nun selbst die empfindlichsten Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier nehmen, die ohnehin bereits am Abgrund stünden. Zuletzt habe das Nachbarland „exotische Vorschläge“ für eine Friedenslösung gemacht, sagte Putin weiter. Details nannte er aber nicht. Ein Dialog sei jedenfalls nur auf Grundlage der Situation an der Front auf dem Boden möglich.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat der Ukraine unterdessen weitere Abfangraketen für die Luftverteidigung versprochen. Das kündigte er nach einem Telefonat mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj an. Macron zeigte sich angesichts der jüngsten russischen Angriffe „entsetzt“. Allein bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih waren am Freitag nach ukrainischen Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 100 weitere verletzt worden.

Der Politiker rief auch andere Staaten zu weiteren Waffenlieferungen auf. Selenskyj hatte erst in der vergangenen Woche die USA aufgefordert, der Ukraine fünf Prozent ihrer vorhandenen Abfangraketen zu verkaufen. Dies würde seinem Land helfen, „durch den Winter zu kommen und Leben zu retten“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung