Wegen Wal „Timmy“

Deutsches Meeresmuseum erhält weiter Drohungen

Ausland
23.08.2026 16:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ungefähr vier Monate nach der Bergung des gestrandeten Buckelwals „Timmy“ erhält das Deutsche Meeresmuseum weiter Anfeindungen und Drohungen. Es habe Forderungen gegeben, das Museum niederzubrennen, oder den Wunsch, die Beschäftigten mögen in der Hölle stranden, sagte eine Sprecherin des Museums.

Einer habe geschrieben: „Ich reiße Sie öffentlich in Stücke – das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.“ Nachdem sich Mitte März ein reichweitenstarker Influencer rund um den Buckelwal „Timmy“ eingeschaltet und den Fachleuten und NGOS immer wieder die Expertise abgesprochen hatte, begannen die Hasskommentare, Anfeindungen und Drohungen auf Social Media, in E-Mails und Telefonaten.

Richtig losgegangen sei es, als das Meeresmuseum und andere Fachleute geraten hatten, den Wal in Ruhe verenden zu lassen, sagte die Sprecherin. Daraufhin hätten sich zahlreiche Gruppen formiert, „die gegen uns hetzen“. Demnach wurde den Forscherinnen und Forschern etwa vorgeworfen, vorsätzlich Hilfeleistungen unterlassen zu haben. Teils seien sie auch beschuldigt worden, das Tier mit Absicht sterben zu lassen, „um das Skelett in einem seiner Museen ausstellen oder für mehrere Millionen Euro verkaufen zu können“.

Das Tier strandete mehrfach in Deutschland. Viele versuchten, es zu retten.
Das Tier strandete mehrfach in Deutschland. Viele versuchten, es zu retten.(Bild: AFP/FRANK MOLTER)
„Timmy“ auf der Barge bei der letzten Rettungsaktion
„Timmy“ auf der Barge bei der letzten Rettungsaktion(Bild: APA/dpa/Philip Dulian)

Mitarbeiter beantragten Auskunftssperren
Alle Beschäftigten des Meeresmuseums, die namentlich in Medien genannt wurden, haben bereits Auskunftssperren bei der Stadt beantragt, damit Adressen und persönliche Daten nicht an Privatleute und Firmen herausgegeben werden. „Wir hatten alle Angst, auf der Straße angegangen zu werden, wenn man uns erkennt. Unsere Teamseite auf unserer Website blendeten wir zeitweise aus“, sagte die Sprecherin.

„Es war so, dass auch Familienangehörige zum Teil angeschrieben worden sind. Das ging in einen privaten Bereich rein“, hatte zuvor Museumsdirektor Burkard Baschek zur „Bild“-Zeitung gesagt. Laut der Polizei werden bereits mehrere Sachverhalte geprüft.

Wie berichtet, war der Buckelwal „Timmy“ im Frühling mehrfach an der Küste Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet. Entgegen der Einschätzung von Fachleuten hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Mitte April überraschend grünes Licht für den Transportversuch einer privaten Initiative gegeben, die den Wal retten wollte. Das Tier wurde dann in einer spektakulären Aktion freigelassen, Mitte Mai aber tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.

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