Mädchen (17) getötet

Nach Schwertangriff: Hinweise auf Online-Netzwerk

Ausland
23.08.2026 14:46

Nach der tödlichen Schwert-Attacke im schwedischen Fagersta verdichten sich die Hinweise darauf, dass das 17-jährige Mädchen wohl ein Zufallsopfer war. Während Ermittler tiefer in die Psyche des Täters eintauchen, meldeten sich erste Freundinnen der Verstorbenen zu Wort.

In Fagersta herrschen nach dem Angriff eines 18-Jährigen auf Schüler der Brinellskolan-Schule Trauer und Wut. Die Wiese vor dem unscheinbaren Gebäude hat sich längst in ein Lichtermeer verwandelt. Mit Hunderten Kerzen und Blumen gedenken die Menschen in der Kleinstadt nordwestlich von Stockholm der Opfer. Bei der Tat am Freitag starb ein 17 Jahre altes Mädchen. Drei weitere Jugendliche wurden verletzt, zwei davon schwer.

„Was nicht geschehen darf, ist erneut geschehen“ 
„Unsere Gedanken sind bei all den Familien, die davon so schrecklich getroffen wurden“, sagte der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson, nachdem auch er einen Blumenstrauß niedergelegt hatte. „Was nicht geschehen darf, ist erneut geschehen.“ Vergleichbare Angriffe auf Bildungseinrichtungen, 2025 in Örebro und 2015 in Trollhättan, hatten Schweden in einen Schockzustand versetzt.

Aktuelle Bilder aus Fagersta:

Tat möglicherweise angekündigt
Das 17 Jahre alte Mädchen war wohl ein Zufallsopfer, so der örtliche Polizeichef Tommy Alriksson. Bisher werde nicht davon ausgegangen, dass bestimmte Personen gezielt angegriffen worden seien. Kurz vor der Attacke war in dem sozialen Netzwerk TikTok ein Bild veröffentlicht worden, auf dem die mutmaßliche Tatwaffe – ein mittelalterlich anmutendes Schwert – in einer Schultoilette zu sehen sein soll. Verifiziert ist die Aufnahme nicht.

In „True-Crime-Community“ aktiv
Der 18-Jährige stand wohl mit Konten in Verbindung, die der extremistischen Subkultur der sogenannten True-Crime-Community bzw. dem „TCR“ (True Crime Realm) zugerechnet werden. In diesen Online-Netzwerken werden Massenmörder, Schul-Amokläufer und rechtsextreme Attentäter verherrlicht und gefeiert. Auf TikTok und Instagram werden zahlreiche Screenshots geteilt, die die Verbindung des jungen Mannes zu den Netzwerken belegen sollen – die Polizei bestätigte vorerst aber nichts. 

Video der Tat im Netz hochgeladen?
Der mutmaßliche Täter wurde unmittelbar nach dem Angriff am Freitag wegen „Mordes und mehrfachen Mordversuchs“ festgenommen. Er war Schüler der weiterführenden Institution und konnte sich so Zutritt verschaffen. Er soll seine Tat mitgefilmt und Videomaterial (live) im Internet veröffentlicht haben. Die Vermutung liegt nahe, dass er dem Trollhättan-Attentäter nachgeeifert hatte.

Erste Berichte, denen zufolge der Täter angeschossen wurde, dementierte die Polizei. Ermittelt wird wegen Mordes und versuchten Mordes. Die Frage nach dem Motiv ist bisher offiziell unbeantwortet.

Bewohner unter Schock
„Es laufen intensive Ermittlungen, einschließlich Vernehmungen und der Sammlung von Informationen“, sagte Staatsanwältin Ann-Sofi Trossing. Polizeichef Alriksson sagte, das Bild zu dem Angriff vervollständige sich stetig, es sei aber noch zu früh, um konkrete Aussagen zum Motiv zu treffen. Zwei Hausdurchsuchungen seien bereits erfolgt. Die Einwohner der Stadt stehen unter Schock.

10 MINUTEN TERROR
Der Alarm war am Freitag um 14.06 Uhr eingegangen. „Um 14.16 Uhr war der Täter überwältigt und konnte festgenommen werden. Dabei gab die Polizei Schüsse ab“, hieß es danach in einer Mitteilung. Das getötete Mädchen wurde gefunden, als die Polizei das Schulgebäude betrat, um es zu sichern. Die drei verletzten Jugendlichen, alle zwischen zwölf und 17 Jahre alt, wurden ins Krankenhaus gebracht. Ein Bub musste notoperiert werden, ein anderer konnte bereits wieder nach Hause.

„Es ist so ungerecht“
Der öffentlich-rechtliche Sender SVT berichtete am Sonntagmorgen über ein Gespräch mit einer Freundin des Todesopfers. „Ich habe in der Schule mit niemandem so viel gelacht wie mit ihr. Ich war so glücklich. Es ist so ungerecht, dass es nie wieder so sein wird.“

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