Rache für Paris?

Reit-WM: Schweizer holt Gold, Deutsche mit Pech

Sport-Mix
23.08.2026 17:57

Die Reitsport-Weltmeisterschaften in Aachen sind am Sonntag mit dem Einzelfinale der Springreiter zu Ende gegangen. Nachdem Deutschland bereits am Freitag die Mannschafts-Goldmedaille geholt hatte, war man im Einzelfinale leider glücklos. Für den Schweizer Steve Guerdat, der sich zum Einzel-Weltmeister krönte, dürfte es zumindest eine kleine Genugtuung nach Paris 2024 sein. 

Bei den Olympischen Spielen 2024 war Guerdat nämlich um nur einen Springfehler dem Deutschen Christian Kukuk (der in Aachen nur Reserve war) mit „Checker 47“ unterlegen. Doch diesmal konnte der Schweizer Routinier mit seiner Stute „Dynamix de Belheme“ als einziger Reiter alle fünf zu springenden Runden ohne Fehler bleiben und sicherte sich damit den Einzeltitel. Damit ist Guerdat nun Olympiasieger (2012 in London), Weltmeister, Europameister und Weltcup-Sieger. Das hat vor ihm noch keiner geschafft.

Auf Platz zwei reihte sich der erst 25 Jahre junge Belgier Thibeau Spits im Sattel des Hengstes „Impress-K van‘t Kattenheye Z“ ein, gefolgt von Harry Charles (GB) und seiner Stute „Freda“. Der 27-Jährige hatte vergangenes Jahr die Tochter des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, Eve Jobs, geheiratet. Eve Jobs ist ebenfalls begeisterte Springreiterin. 

Video: Hier der Siegesritt von Steve Guerdat in Aachen

Mannschafts-Gold für Deutschland
Die deutschen Springreiter hatten bereits am Freitag über Mannschafts-Gold jubeln dürfen. Im Einzelfinale fehlte Sophie Hinners, Richard Vogel, Marcus Ehning und Daniel Deusser dann aber doch das Quäntchen Glück. Für Vogel war bereits in Runde vier Schluss, nachdem Hengst „United Touch S“ den Sprung über die Mauer verweigerte. Sein Reiter hatte riskiert und die Wendung davor doch deutlich enger angelegt als die Konkurrenz. Leider ging der Plan nicht auf und so schaffte Vogel den Aufstieg ins Finale leider nicht.

Pech am letzten Sprung: Sophie Hinners und „Iron Dames Singclair“
Pech am letzten Sprung: Sophie Hinners und „Iron Dames Singclair“(Bild: EPA/CHRISTOPHER NEUNDORF)

Seine Exfreundin Sophie Hinners hatte mit „Iron Dames Singclair“ den Nullfehler-Ritt schon vor Augen, als am letzten Steilsprung die Stange fiel, dennoch gelang der Einzug in die letzte Runde. Ihrem Teamkollegen Daniel Deusser erging es in der Finalrunde so, der letzte Oxer wurde ihm und „Otello de Guldenboom“ zum Verhängnis. Auch Routinier Marcus Ehning blieb mit dem Wallach „Coolio“ nicht fehlerfrei. 

OEPS-Präsident: „Können durchaus mithalten“
Für Österreichs Springreiter war ohnedies schon in den ersten beiden Runden Schluss gewesen, dennoch bilanzierte OEPS-Präsident Herbert Gugganig positiv nach einer WM, bei der Österreich mit so vielen Athleten wie schon lange nicht vertreten war: „Österreich hat hier gezeigt, dass wir im internationalen und insbesondere im europäischen Spitzenfeld durchaus mithalten können. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Nationen hier in Aachen angetreten sind und dass letztlich nur rund ein Dutzend Länder eine Medaille gewinnen konnten, ist es umso bemerkenswerter, dass Österreich dazugehört.“

Mit einer Bronze-Medaille der Voltigier-Mannschaft beendete Österreich die Aachen-WM auf Platz 12 im Medaillenspiegel. Gastgeber Deutschland durfte sich über 20-mal Edelmetall und Platz eins freuen und zementierte damit einmal mehr die Rolle als Reitsport-Nation Nummer eins ein. Die USA holten acht Medaillen, davon sechs in Gold. Großbritannien hatte zwar 13 Medaillen, aber weniger Goldene, daher Platz drei. 

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