Galerie Ernst Hilger

Was im Kunstlager noch alles schlummert

Kultur
22.08.2026 10:00

Die Schau „Ernst Choice 2“ in der Galerie Hilger zeigt noch bis zum 2. September Stars aus dem Bestand der Galerie Hilger. 

Andy Warhol, Keith Haring, A. R. Penck, Mel Ramos, Attersee oder Grafiken von Picasso und Max Ernsts hat die Galerie Hilger seit fünf Jahrzehnten in ihrem Programm. Nun öffnete Ernst Hilgers Witwe Karoline für die Gedenkschau „Ernst Choice 2“ das Depot und zeigt Werke der Lieblingskünstler ihres Gatten: dramatische Zeichnungen unseres Monumentalbildhauers Alfred Hrdlicka (1970), minimalistische Skizzen zum Zyklus „Schwierigkeiten auf dem Weg zu Aristoteles“ (2009) des US-Konzeptkünstlers Lawrence Weiner, Jeff Koons lustigen weißen Porzellanhund „Puppy Vase“ (1998). Oder Oswald Oberhubers „Liegende“ (1949).

Galerist, Kunstkenner, Initiator: Ernst Hilger
Galerist, Kunstkenner, Initiator: Ernst Hilger(Bild: Ronnie Niedermeyer)
Hermann Nitsch, Radierung „Kreuz“ (Motiv 3; 2000).
Hermann Nitsch, Radierung „Kreuz“ (Motiv 3; 2000).(Bild: Galerie Ernst Hilger)
Bei Hilger: Alfred Hrdlicka, Zeichnung „Männergruppe mit Erstochenem“ (1970)
Bei Hilger: Alfred Hrdlicka, Zeichnung „Männergruppe mit Erstochenem“ (1970)(Bild: Galerie Ernst Hilger)

In memoriam Ernst Hilger

  • „Ich bin ein unruhiger Mensch. Ich möchte Kunst zeigen, die mir Spaß macht“: Das war das Credo Ernst Hilgers, des prominenten Wiener Galeriechefs, der heuer im Mai 75-jährig gestorben ist.
  • Er mischte die Wiener Kunstszene der 1970er auf, zeigte Offenheit für Neues, förderte den Nachwuchs, widmete aber auch internationalen Stars große Ausstellungen.
  • Er war Mitbegründer der Salzburger Galerie Academia, eröffnete 1971 seine Galerie in der Wiener Dorotheergasse, 2003 hilger contemporary, 2009 die HilgerBROTKunsthalle. Und war im Beirat der Art Basel.  

Vieles ist zu entdecken: mit Lack überzogene Fotos des Italo-Popkünstlers Mario Schifano, ein Holzschnitt „God’s opinion is unknown“ (2019) des südafrikanischen Zeichners, Bühnenbildners, Regisseurs und Filmemachers William Kentridge, brillante ironische Papierarbeiten (2000) des heuer verstorbenen Deutschen Thomas Zipp.

Originell: Miniaturmöbel der US-Landart-Künstlerin Beverly Buchanan (1940 bis 2015), die nachgebautes Mobiliar der armen Bevölkerung des amerikanischen Südens zeigt. Sehenswert! Nicht nur für Sammler!

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