Liturgisches Zentrum und optischer Blickfang: Außergewöhnlich viele Altäre aus der Gotik sind in Kärnten erhalten. Auch die Nachbarregionen bringen damit Besucher zum Staunen. Einzigartiges Kulturerbe lockt zu Entdeckungsreisen. Wo der höchste gotische Altar Kärntens steht, welche Besonderheiten es gibt.
Der wichtigste Gegenstand einer Kirche ist der Altar: Schon in der Antike wurden den Göttern auf Altären Opfer dargebracht. In christlichen Kirchen wird der Altar als Tisch verstanden, an dem die eucharistischen Mahlgemeinschaft zusammenkommt. Altäre waren oft an besonderen Plätzen errichtet worden: über dem Grab eines Märtyrers. Später wurden in den Altarstein Reliquien wie Knochen oder Haare von Heiligen eingesetzt.
















Geschnitzt, gemalt, vergoldet
Jede Epoche hat ihren Sinn für Schönheit, ihren Stil, in dem Altäre gestaltet werden. „Gotische Altaraufsätze und Flügelaltäre zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Sakralkunst im südlichen Alpenraum. Mit rund 70 Exemplaren nimmt Kärnten hier eine besondere Stellung ein“, so Rosmarie Schiestl, die Diözesankonservatorin der Diözese Gurk. „Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert wurde eine Vielzahl aufwendig gestaltetet Altaraufsätze geschaffen, die nicht nur religiöse Funktionen erfüllen, sondern auch den gesellschaftlichen Wandel ihrer Zeit widerspiegeln. So stiftete vor allem der reiche Adel zu Ehren besonders beliebter Heiliger solche Kunstwerke.“
Die Broschüre „Altarwerke und Tafelbilder der Gotik in Kärnten, Slowenien und Friaul“ (Auflage: 7000 Stück, 96 Seiten) ist ab sofort kostenlos im Kirchenshop der Diözese Gurk, kirchenshop@kath-kirche-kaernten.at, unter 0463/5877-2135 (bei Postversand von ein bis fünf Stück zzgl. Versandkosten von € 3,90 im Inland bzw. € 7,90 im Ausland), unter www.kath-kirche-kaernten.at/broschuere-altarwerke, bei den Kärntner Raiffeisenbanken, der Wiener Städtischen Versicherung Kärnten/Osttirol sowie in Kärntner Pfarren erhältlich.
Altäre vermitteln über Malerei oder Schnitzkunst oft biblische Inhalte – einst wichtig für alle nicht des Lesens Kundigen – und manche warten mit Überraschungen auf, wie der Seitenaltar in der Taufkapelle in Ossiach: Er zeigt einen knienden, das Jesuskind anbetenden Esel.
Offen an Festtagen, werktags geschlossen
Ein Flügelaltar präsentiert sich für gewöhnlich mit geschlossenen Flügeln und zeigt seine Werktagsseite. Nur an besonderen Festtagen wurde der Schrein geöffnet, die Festtagsseite war zu bewundern, wie beim gotischen Hochaltar in Heiligenblut, der mit elf Metern Höhe der größte Kärntens ist. Südtiroler Fachleute haben ihn um 1520 vollendet. In der Mitte ist die Marienkrönung zu sehen.
Das einzigartige Kulturerbe christlicher Tradition lädt zu Entdeckungsreisen im Alpen-Adria-Raum ein. Wertvolle Tipps dazu gibt die Broschüre.
Matthias Kapeller, Leiter der diözesanen Pressestelle und Gesamtverantwortlicher für die Broschürenreihe der Diözese Gurk
Ebenfalls Marias Krönung zeigt der Seitenaltar in Maria Gail; in der Urpfarre Aquileias im Villacher Raum, die seit 1090 urkundlich belegt ist. Der Schreinsockel konnte ursprünglich auch mit Flügeln geschlossen werden; diese befinden sich aber nach einem Diebstahlsversuch im Stadtmuseum Villach.
Gestohlen, gefunden, zurückgebracht
Diebe waren, vermutlich im Auftrag der italienischen Kunstmafia, auch in Bad St. Leonhard gewesen: Sie hatten 1986 die beiden barocken Altarflügel mit acht Ölgemälden und einem Votivbild gestohlen. Vier der acht gotischen Tafelbilder wurden von der italienischen Polizei entdeckt und 2017 wieder nach Kärnten gebracht.
„Die aktuelle und bereits 23. Broschüre aus der Reihe Christentum im Alpen-Adria-Raum stellt 35 besondere sakrale Kostbarkeiten vor“, so Matthias Kapeller, der Leiter der diözesanen Pressestelle und Gesamtverantwortliche für die Broschürenreihe. „Da viele Kirchen aus Sicherheitsgründen nicht immer geöffnet sind, empfiehlt es sich, vor der geplanten Besichtigung die Pfarre zu kontaktieren. Die Kontakte finden Sie in der Broschüre.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.