Warum war Mann dabei?

BH-Causa bei Frauen-Tour: Kritik an Kontrollen

Sport-Mix
06.08.2026 07:06
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Die Causa rund um einen möglichen BH-Betrug bei der Tour de France Femmes schlägt weiter hohe Wellen. Nachdem zunächst von einer möglichen Betrugsmasche im Einzelzeitfahren berichtet worden ist, hatte der Radsport-Weltverband UCI strengere Kontrolle angeordnet. Diese sorgen nun ihrerseits für neue Aufregung. 

Wie das niederländische Portal „Wielerflits“ berichtet, sollen einige Fahrerinnen beim Einzelzeitfahren durch BHs mit künstlicher Polsterung aerodynamische Vorteile erhalten. Der zusätzliche Aufbau soll den Luftstrom um den Oberkörper entscheidend verändern und dadurch einige Sekunden im Kampf gegen die Zeit einbringen. Mit den UCI-Regeln ist diese Praxis allerdings nicht vereinbar.

Deshalb wurden von mehreren Teams im Vorfeld des wichtigen Einzelzeitfahrens bei der Tour am vergangenen Dienstag strengere Kontrollen gefordert. Von der UCI wurden diese Forderungen schließlich erhört und vor der Etappe wurden genauere Zusatzkontrollen abgehalten. 

„Ziemlich einschüchternd“
Wie „RSN“ und „Tuttobiciweb“ berichten, waren deshalb zwei Zelte im Startbereich aufgestellt worden. Im ersten stand eine Kommissärin des französischen Verbandes und schaute sich die Zeitfahranzüge genau an. Fahrerinnen, die mit Eisweste kamen, mussten diese und zum Teil auch ihre Trikots öffnen. Für Aufregung sorgte allerdings, dass auch ein männlicher Kommissar dabei war – anders als von der UCI im Vorfeld angekündigt.

„Als Frau fände ich das ziemlich einschüchternd. Vor allem, weil die Umgebung ungeschützt ist“, zeigte sich „Sporza“-Kommentatorin Ine Beyen über die Vorgänge empört. Und auch von den Fahrerinnen selbst hagelte es anschließend Kritik an den Kontrollen.

Wird schon länger diskutiert
„Es ist ein Thema, das schon lange diskutiert wird, sogar unter Männern. Wenn eine Frau bei einem Zeitfahren einen Push-up-BH tragen möchte, sollte das meiner Meinung nach erlaubt sein. Ich habe nicht den Eindruck, dass er übermäßig genutzt wird“, schüttelte etwa Lotte Kopecky den Kopf. 

Lotte Kopecky
Lotte Kopecky(Bild: AFP/NICOLAS TUCAT)

Von „absurden Kontrollen“ sprach wiederum Shari Bossuyt. Die deutsche Zeitfahrmeisterin Franziska Koch ergänzte: „Ich habe gehört, dass da jemand steht, der ein bisschen guckt, was wir alles im BH sozusagen drin haben. Bei den Männern sieht man deutlich, wenn sie etwas ins Trikot reinstecken bei uns vielleicht nicht.“ Am Ende zeigte sie dennoch etwas Verständnis für die Kontrollen: „Aber es sind natürlich dieselben Regeln für alle und deswegen finde ich es okay, wenn man da kontrolliert.“ 

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