Die Champions League ist für Fußball-Vizemeister Sturm etwas in die Ferne gerückt. Nach dem Hinspiel-0:2 auswärts gegen Fenerbahce benötigen die Steirer im Retourmatch der 3. Qualifikationsrunde am Dienstag (20.30 Uhr – im sportkrone.at-Liveticker) in Graz-Liebenau eine Glanzleistung, um weiter von der „Königsklasse“ träumen zu können. Trotz spielerischer Unterlegenheit in Istanbul lebt die Hoffnung, den türkischen Vizemeister ins Wanken zu bringen. „Wir leben noch, wir sind noch da“, betonte Jürgen Heil.
Trotz spielerischer Unterlegenheit in Istanbul lebt die Hoffnung, den türkischen Vizemeister ins Wanken zu bringen. „Wir leben noch, wir sind noch da“, betonte Jürgen Heil.
Der Sturm-Verteidiger blickte mit gemischten Gefühlen zurück auf das Spiel beim mit großen Namen gespickten Spitzenklub aus der Türkei. „Wir haben es relativ gut verteidigt, auch wenn die Momente im Ballbesitz gefehlt haben“, sagte Heil im ORF. Aber: „Es ist ein 2:0 und sie müssen auch noch nach Liebenau.“ Vor heimischer Kulisse sollen nächste Woche wieder magische Europacup-Momente kreiert werden, auch dank der Erkenntnisse aus dem Hinspiel.
Sturm ohne Momentum in Istanbul
Am Mittwoch machten Talisca (10.) und Mason Greenwood (45.) mit wuchtigen Schüssen den Unterschied, die Fenerbahce eine angenehme Ausgangsposition bescherten. „Sie haben sehr effizient agiert und sich mit ihrer individuellen Qualität in Führung gebracht“, analysierte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch. „Wir haben das Spielglück und das Momentum nicht ganz auf unsere Seite ziehen können.“
Zudem betonte Ingolitsch, dass Fenerbahce den sechsfachen Kaderwert und das 15-fache an Budget für die erste Mannschaft zur Verfügung habe. „Geld spielt keinen Fußball. Aber Geld kann Qualität bringen. Und Qualität spielt dann guten Fußball. Deswegen war das die erwartet schwierige Aufgabe“, erklärte der Coach. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft aber Charakter gezeigt. „Wir sind nicht zerfallen, haben zulegen können, und das ist hier nicht einfach. Das gibt auf jeden Fall Zuversicht und Hoffnung für das Rückspiel.“
Grazer hoffen auf lautstarke Fan-Unterstützung
In Graz wollen die „Blackies“ die gebotenen Räume besser bespielen, mutiger angreifen und mit einem frühen Tor „das Stadion zum Brennen und den Gegner in eine sehr unangenehme Situation“ bringen, wie es Ingolitsch formulierte. Als Vorbild wird die ohrenbetäubende Atmosphäre im Sükrü-Saracoglu-Stadion dienen, in dem mehr als 40.000 fanatische Fans lautstark Stimmung gemacht hatten. „Das war schon sehr besonders. Ich habe noch kein Spiel und Stadion erlebt, wo es so laut war, und wo die Kulisse so einen speziellen Charakter gehabt hat. Das hat schon etwas ausgemacht“, betonte Ingolitsch.
Mittelfeldregisseur Otar Kiteishvili wird wegen seiner Wadenprobleme im Steirer-Derby beim TSV Hartberg am Samstag in der Liga sowie kommende Woche gegen Fenerbahce wohl weiter nicht dabei sein. Der Georgier sei im Rehaprozess und nicht im Mannschaftstraining, erklärte Ingolitsch. „Dementsprechend gehen wir nicht davon aus, dass er im Rückspiel ein Thema sein wird.“
Auch ohne den Denker und Lenker im Offensivspiel soll das kleine Fußballwunder gelingen. „Wir werden All-in spielen“, kündigte Heil an. Im Erfolgsfall würden entweder Sparta Prag oder Olympique Lyon (Hinspiel 2:1) als letzte Hürde auf dem Weg in die „Königsklasse“ warten. Ansonsten geht es für Sturm fix in die Ligaphase der Europa League.
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