Mo, 20. August 2018

Haut kann "riechen"

09.07.2014 09:13

Sandelholzduft beschleunigt Wundheilung der Haut

Auch unsere Haut kann "riechen": Wie deutsche Forscher jetzt herausgefunden haben, besitzen Hautzellen unter anderem einen Riechrezeptor, der auf Sandelholzduft reagiert. Ihre Untersuchungen zeigten, dass der Duft die Zellteilung anregt und so die Wundheilung sowie die Hautregeneration verbessert.

Der Mensch besitzt in der Nase rund 350 verschiedene Arten von Riechrezeptoren, aber auch in anderen Geweben konnten solche nachgewiesen werden - etwa auf Spermien, dem Darm, der Niere und in der Prostata. Ein Forscherteam um Daniela Busse und Hanns Hatt vom Lehrstuhl für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum entdeckte Riechrezeptoren nun auch in Keratinozyten, jenen Zellen, die die äußerste Schicht der menschlichen Haut bilden.

Duft sorgt für verstärkte Zellteilung
So etwa einen Duftrezeptor namens OR2AT4, der mithilfe von Sandalore, einem synthetischen Sandelholzduft, aktiviert werden kann. Sandelholz-Aroma kommt häufig in Räucherstäbchen vor und ist auch eine Komponente mancher Parfüms. Wird der OR2AT4-Rezeptor aktiviert, regt er in der Zelle einen kalziumabhängigen Signalweg an, der dafür sorgt, dass sich Hautzellen vermehrt teilen und schneller wandern. Prozesse, die typischerweise die Wundheilung verbessern, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Journal of Investigative Dermatology" berichten. In Zusammenarbeit mit der Dermatologie der Universität in Münster zeigten die Bochumer Zellphysiologen diesen Effekt an Hautzellkulturen und Hautexplantaten.

Weitere Riechrezeptoren gefunden
Neben OR2AT4 fanden die Forscher noch eine Reihe weiterer Duftrezeptoren in der Haut, deren Funktion sie in Zukunft genauer untersuchen wollen. "Die Ergebnisse zeigen, dass sie therapeutisches und kosmetisches Potenzial besitzen", sagt Hatt und fügt hinzu: "Wir sollten aber auch im Hinterkopf behalten, dass man mit konzentrierten Duftstoffen vorsichtig umgehen sollte, solange wir nicht wissen, welche Funktion die verschiedenen Duftrezeptoren in Hautzellen haben." Der entdeckte Mechanismus sei aber ein möglicherweise interessanter Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Kosmetika und Medikamente, so die Wissenschaftler.

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