Der Spruch der "Tricolore" bewahrheitete sich jedoch in jüngster Vergangenheit auch schon zu ihren Ungunsten: In Brasilien soll nun aber das WM-Desaster von Südafrika 2010 endgültig überwunden werden. Wie sehr die Franzosen um eine großflächige Imagekorrektur trotz des Ausfalls von Bayern-Star Franck Ribery bemüht sind, stellten sie in Porto Alegre ein erstes Mal mit Nachdruck unter Beweis, wobei ein Mann gegen Honduras herausragte: Real-Madrid-Torjäger Benzema, der im Mai mit Spaniens Rekordmeister bereits die Champions League gewonnen hat.
Kein Kaiser, aber immerhin ein "Königlicher" in Madrid
Im Gegensatz zu anderen der einst hoch gelobten U17-Europameister-Generation von 2004 verschwand er trotz schwieriger Phasen im Klub, im Nationalteam sowie im Privatleben (Stichwort Sexaffäre) nie ganz von der Bildfläche. Aus ihm wurde zwar kein Kaiser, aber immerhin ein "Königlicher" in Madrid, wo er unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti in der abgelaufenen Saison mit 17 Ligatoren zu Hochform auflief.
Beim 3:0 gegen Honduras war der 26-Jährige an sämtlichen Treffern hauptbeteiligt – zwei schoss er selber und das Eigentor von Tormann Noel Valladares zum 2:0 provozierte Benzema mit einem Stangenschuss. Sein einjähriges Tief mit 15 Länderspielen ohne Torerfolg hat der sensible Power-Stürmer überwunden – in den jüngsten sieben traf er achtmal. Benzema will sich aber nicht nur über Tore definieren lassen. Für ihn ist auch die Stilnote entscheidend. "Die Art, wie ich spiele, zählt für mich ebenso viel", betonte der Profi mit algerischen Wurzeln, dem "der Erfolg der Mannschaft aber am wichtigsten" ist, wie er auch nach dem WM-Auftaktsieg klarstellte.
Deschamps hat 4-3-3 ganz auf Benzema ausgerichtet
Nach dem Ausfall von Ribery ist der einst passionierte Brasilien-Anhänger - als zehnjähriges Kind unterstützte er noch im Ronaldo-Shirt bei der WM 1998 im eigenen Land nicht etwa die Equipe um Superstar Zinedine Zidane, sondern die "Selecao" – zum Hoffnungsträger der ganzen Fußball-Nation aufgestiegen. Teamchef Didier Deschamps hat sein 4-3-3-System nun ganz auf den Leader in der Offensive ausgerichtet.
Kapitän Hugo Lloris unterstützt diese Strategie ausnahmslos. "Er trägt einen respektablen Teil der Verantwortung, das tut ihm gut. Karim löst die Aufgabe exzellent. Er kann in jeder Situation den Unterschied ausmachen", weiß der Tormann. Dazu ist Benzema, der für die WM in Südafrika nicht berücksichtigt worden war, für die aufstrebende Generation um U20-Weltmeister Paul Pogba eine Leitfigur, die sich durch nichts aus der Fassung bringen lässt.
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