Der Innsbrucker Gemeinderat ebnete bereits den Weg für ein sechsstöckiges Bürohaus anstelle von Geschäftslokalen in der Salurner Straße: Jetzt regt sich Widerstand.
Der Platz ist exponiert: Ausgerechnet zwischen zwei denkmalgeschützten Gebäuden und gegenüber einer gründerzeitlichen Häuserfassade soll ein sechsgeschossiger Büro- und Geschäftskomplex in die Höhe gezogen werden – konkret 20 Meter, doppelt so hoch wie die Villa auf der einen und geringfügig höher als das IKB-Gebäude auf der anderen Seite.
Uneingeschränkte Wohnnutzung aufgehoben
Der Innsbrucker Gemeinderat hat in seiner Jänner-Sitzung bereits die Weichen dafür gestellt und eine Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes beschlossen, die bislang geltende uneingeschränkte Wohnnutzung des Kerngebietes aufgehoben und die Wohnnutzung beschränkt.
Aus all dem ergibt sich, dass – wenn überhaupt – eine Bebauung nur mit einer deutlich verringerten Anzahl an Geschoßen vertretbar erscheint.
Anrainer in ihrer Stellungnahme
Vorwurf der Ungleichbehandlung an die Stadt
Die Anrainer rundum sind mehr als alarmiert, sie sind auch richtig sauer. Denn die Stadt habe „Anträge von Eigentümern bestehender Altbauten auf Ausbau von Dachgeschoßen zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum in der Vergangenheit abgelehnt bzw. solche Projekte durch unzumutbare Auflagen verhindert“, schreiben Eva-Maria Weninger, Roman Lüftner und Thomas Plankensteiner in einer Stellungnahme, die von 54 Anrainern unterschrieben wurde.
Die Vorgehensweise der Stadt „verstärkt den Eindruck der Ungleichbehandlung und einer einseitigen Förderung von reinen Geschäftsinteressen“. Völlig unverständlich sei auch die Tatsache, dass mit dem geplanten Bauprojekt die Errichtung eines reinen Bürogebäudes vorgesehen ist. „Derzeit stehen in Innsbruck rund 100 Büroflächen leer und werden auf dem Immobilienmarkt angeboten. Es gibt also offensichtlich keinen Bedarf für neue Flächen“, sind sich die Unterzeichner einig.
„Bürohaus marginalisiert Villa“
Das Bürogebäude würde das seit Jahrzehnten in diesem Bereich bestehende Ensemble und Ortsbild nachhaltig und dauerhaft zerstören. Die östlich gelegene Villa Clement würde „marginalisiert und in ihrer ästhetischen Wirkung massiv beeinträchtigt“ werden. Der Straßenzug würde zu einer „hässlichen Straßenschlucht degradiert werden.“
Wunsch der Anrainer: Projekt abspecken
Die Anrainer ersuchen deshalb die Stadtführung, von der Genehmigung des vorliegenden Bauprojektes Abstand zu nehmen. Wenn überhaupt, solle nur die Errichtung eines niedrigeren Gebäudes mit teilweiser Wohnnutzung infrage kommen.
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