Das Leitspital für den Bezirk Liezen wird nicht gebaut, stattdessen startet nun die Umsetzung von Plan B. Der Verein „Pro Klinikum Stainach“ ist entsetzt: „Der Bezirk wird in Bezug auf Spitalsversorgung auf das Niveau eines Entwicklungslands herabgestuft.“ Plus: Sagen Sie uns Ihre Meinung zur Gesundheitsversorgung in unserer Leser-Umfrage!
Selbst die Kages-Vorstände Gerhard Stark und Ulf Drabek machten jüngst bei Presseterminen klar: Das Projekt Leitspital ist begraben. Zur Erinnerung: Jahrelang wurde ein zentrales Krankenhaus im Herzen von Österreichs größtem Bezirk geplant. Nach der Landtagswahl 2024 folgte die Kehrtwende: Die drei bisherigen Standorte Rottenmann, Bad Aussee und Schladming bleiben.
Der noch junge Verein „Pro Klinikum Stainach“ kämpfte beherzt um das Leitspital, doch der Zug war nicht mehr aufzuhalten. Mit dem Beschluss des RSG (Regionaler Strukturplan Gesundheit) kurz vor Weihnachten war das Schicksal besiegelt. Die finale Sitzung der sogenannten Zielsteuerungskommission dauerte übrigens exakt neun Minuten, von 11.22 bis 11.31 Uhr. Ein Protokoll existiert nicht. Das gab der Gesundheitsfonds – auf Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz – bekannt.
Ihre Meinung zählt! Wie stehen Sie dazu, dass in der Steiermark alle Spitalsstandorte erhalten bleiben? Wie bewerten Sie das Gesundheitssystem in der Steiermark? Im Rahmen unserer großen Leserbefragung wollen wir Ihre Meinung zu diesem und vielen anderen Themen, die die Steiermark bewegen, wissen. Mit etwas Glück können Sie tolle Preise gewinnen – wie eine PlayStation 5 oder eine Küchenmaschine.
Hier der Link zu unserer Leserbefragung: www.krone-stmk.ifdd.at
„Nicht wertschätzend und sehr überheblich“
„Insgesamt empfinden wir es als nicht wertschätzend und sehr überheblich, wie mit uns Bürgern umgegangen wird“, meint die Vereinsspitze um Obfrau Regina Winkler-Renner. Als „Skandal“ empfindet sie auch, dass Plan A (Leitspital) nicht mit dem nunmehrigen Plan B verglichen wird. Gab es dazu eine politische Weisung? Diese Frage beantwortet der Gesundheitsfonds nicht.
Die Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft im Bezirk wird als „untragbare Lösung“ bezeichnet. Das LKH Bad Aussee soll ja schon mit April seine kleine Chirurgie verlieren, stattdessen siedelt die Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation ins Ausseerland. Fix eingeplant ist eine Kooperation mit dem Klinikum in Bad Ischl (OÖ): Die Gespräche würden gut verlaufen, einen finalen Termin gibt es aber noch nicht, heißt es beim Gesundheitsfonds.
Oberösterreich rechnet mit 300 Gastpatienten
Die Kooperation war am Donnerstag auch Thema im oberösterreichischen Landtag. Dort gab die für Gesundheit zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) bekannt, dass man in Bad Ischl mit 300 Gastpatienten aus der Steiermark pro Jahr rechnet – es handelt sich nur um Akutfälle. Alle geplanten Operationen sollen in der Steiermark durchgeführt werden. Zudem sollen 150 Oberösterreicher, die bisher in Bad Aussee operiert wurden, wieder nach Bad Ischl kommen.
Die Diakonissenklinik Schladming verliert die Geburtenstation und einen Teil der Chirurgie, die Bettenanzahl halbiert sich auf 50. Die frei werdenden Räume könnten zu einer Privatklinik werden. Das LKH Rottenmann wird über einen Zeitraum von zwölf bis 16 Jahren umgebaut und saniert: Die Chirurgie wird aufgewertet, eine Palliativstation errichtet. „In Stainach wäre das Spital in drei bis vier Jahren betriebsbereit“, erinnern die Leitspital-Befürworter.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.