Handy-Aus in Schule

600 Jugendliche aus Oberwart gehen bewusst offline

Burgenland
11.03.2026 11:00

Bewusstsein schaffen. Am Business Campus Oberwart wandern Smartphones für einen Vormittag in den Tresor. Die Schule will zeigen: Das Handy ist im Unterricht oft notwendig, doch der ständige Druck durch Social Media wird für viele Jugendliche zur Belastung.

Am Business Campus Oberwart wird es am Donnerstag still in den Hosentaschen. Für mehr als 600 Schüler und Lehrer heißt es dann: Smartphone aus. Anlass ist das österreichweite „ORF Dok1“ Handyexperiment, bei dem rund 72.000 Jugendliche drei Wochen ohne Smartphone auskommen sollen. Kein WhatsApp, keine sozialen Medien, keine Online Wegbeschreibung.

Handyfreier Vormittag als Test
Der Campus greift die Idee auf und veranstaltet daher seinen ersten handyfreien Vormittag. „Das Handy ist für die Schüler zum unverzichtbaren Gegenstand im Unterricht geworden“, sagt Organisator Johannes Tunner, „aber das Problem ist nicht das Gerät selbst, sondern die permanente Nutzung von Social Media. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“

90 Prozent nutzen Handy in der Pause
Die Zahlen zeigen, wie präsent Smartphones im Alltag sind. „Rund 90 Prozent der Jugendlichen haben in der Pause das Handy in der Hand. In WhatsApp Gruppen oder auf Social Media entsteht schnell das Gefühl, ständig reagieren zu müssen“, sagt der Pädagoge.

Talk Team: Schüler haben Gesprächsbedarf
Parallel dazu baut die Schule ein neues Unterstützungsangebot auf: das Talk Team. Zehn Lehrer stehen als Gesprächspartner für Schüler bereit. „Immer mehr Jugendliche brauchen jemanden zum Reden“, sagt Tunner. „Viele wissen gar nicht, wohin sie sich wenden sollen.“ Konflikte und auch Drohungen entstehen zunehmend über soziale Medien. Deshalb wird das Thema bei uns auch stärker im Ethik und Religionsunterricht behandelt.

Bildungsdirektor: „Über Verbote löst man das Problem nicht“
Auch Bildungsdirektor Alfred Lehner beobachtet die Entwicklung mit Sorge, setzt aber auf Bewusstsein statt auf reine Verbote. „Das Handy ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagt Lehner. „Über Verbote allein löst man das Problem nicht.“ Aktionen wie jene in Oberwart seien wichtig. „Wenn Jugendliche erleben, wie befreiend es sein kann, einen Tag ohne Handy zu verbringen, ist das ein Zugang, um diese Herausforderung besser zu verstehen.“

Gleichzeitig müsse man sich mit sozialen Medien auseinandersetzen. „Unsere Aufgabe ist es, Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie Chancen erkennen und Gefahren verstehen.“ Auch Eltern sollen künftig stärker eingebunden werden. Ein Pilotprojekt ist derzeit in Ausarbeitung.

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