07.06.2014 13:20 |

In Test verletzt

Offensiv-Ass Marco Reus fehlt Deutschland bei WM

Der deutsche Nationalspieler Marco Reus fällt wegen einer am Freitagabend im Länderspiel gegen Armenien (6:1) erlittenen Sprunggelenksverletzung für die WM aus. Trainer Joachim Löw ersetzte den 25-jährigen Dortmunder am Samstag wenige Stunden vor dem Abflug nach Brasilien durch Abwehrspieler Shkodran Mustafi, wie der DFB mitteilte.

Die WM-Generalprobe war für die deutsche Nationalmannschaft zwar wie erwartet erfolgreich verlaufen, hat nun aber auch einen sehr bitteren Beigeschmack. Die DFB-Truppe feierte in Mainz dank einer starken zweiten Hälfte einen klaren 6:1-Sieg gegen Armenien, doch der Ausfall von Reus wiegt schwer.

Die Aktion passierte kurz vor dem Pausenpfiff. Reus knickte bei einem Laufduell mit Artak Jedigarjan um und musste von Betreuern gestützt vom Platz gebracht werden. Der Dortmunder wurde sofort zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, wo eine Kernspinuntersuchung durchgeführt wurde. Diagnose: Teilriss des vorderen Syndesmosebandes. Reus werde voraussichtlich erst in sechs bis sieben Wochen wieder ins Training einsteigen können, teilte der DFB am Samstag mit.

"Marco war super drauf"
"Für ihn und für uns ist dies extrem bedauerlich", betonte DFB-Trainer Löw. Der 54-Jährige nominierte für Reus wenige Stunden vor der Abreise nach Brasilien Abwehrspieler Mustafi von Sampdoria Genua nach. "Marco war super drauf. Er hat im Trainingslager und in den beiden Spielen gegen Kamerun und Armenien einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt", bedauerte Löw den Ausfall.

Mustafi hatte der Ex-Tirol- und Austria-Wien-Trainer nach dem Trainingslager in Südtirol nicht in das 23-köpfige WM-Aufgebot berufen. "Es ging uns nicht darum, Marco Reus eins zu eins zu ersetzen", erläuterte Löw. Auf den Positionen hinter der Spitze habe er mit Podolski, Schürrle, Götze, Müller, Özil, Draxler und auch Kroos "genügend Alternativen". Deswegen habe er sich für eine weitere Option für den Defensivbereich entschieden.

Mustafi selbst wurde am Telefon von seiner Nachnominierung überrascht. "Ich war gerade auf dem Weg nach Hause, da hat mich der Bundestrainer angerufen", verriet der 22-jährige Innenverteidiger. "Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann."

Lahm wieder fit
Vor der vom österreichischen Schiedsrichter Harald Lechner geleiteten Partie am Freitag hatte sich das deutsche Lazarett noch gelichtet. Einzig Goalie Manuel Neuer musste passen. Kapitän Philipp Lahm gab nach dreiwöchiger Verletzungspause sein Comeback - und das auf der Position im defensiven Mittelfeld, die er auch bei Bayern München zuletzt bekleidete. Die DFB-Auswahl blieb allerdings vor der Pause einiges schuldig. Wie auch schon beim 2:2 zuletzt gegen Kamerun ließ vor allem die Chancenauswertung zu wünschen übrig.

Nach dem Seitenwechsel besserte sich die DFB-Effizienz deutlich. Nach Hereingabe des für Reus eingewechselten Lukas Podolski vollendete Andre Schürrle in überragender Manier mit der Ferse (52.). Die Armenier waren klar unterlegenen, sorgten aber im Konter das eine oder andere Mal für Gefahr. Drei Minuten nach einem Stangenschuss von Mesut Özil wurde Geworg Gchasarjan vom kurz zuvor eingetauschten Kevin Großkreutz im Strafraum gelegt, und Henrich Mchitarjan verwertete souverän zum 1:1 (69.).

Götze zündet als "Joker"
In der Folge standen die Gäste aber auf verlorenem Posten und schlitterten noch in ein Debakel. Von Özil ideal bedient stellte Podolski auf 2:1 (71.), Benedikt Höwedes erhöhte im zweiten Versuch mit einer Direkt-Abnahme auf 3:1 (73.). In Minute 76 avancierte Miroslav Klose mit seinem Kopfball-Treffer und Länderspiel-Tor Nummer 69 zum alleinigen DFB-Rekordtorschützen vor Gerd Müller.

Für die Schlusspunkte sorgte mit Mario Götze neuerlich ein "Joker". Beim 5:1 (82.) leistete Podolski zum dritten Mal in der Partie die Vorarbeit. Beim 6:1 (89.) schoss Bayern-Kicker Götze nach einer Konfusion in der armenischen Abwehr ein.

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