Geht so Kommunikation?

Zwei Frauen, zwei Fehler – und keiner hört zu

Oberösterreich
10.03.2026 10:00

Fehler können passieren – doch wie geht man damit um? Das Linzer Kepler Universitätsklinikum und die OÖ. Gesundheitsholding scheinen hier in letzter Zeit einen eher fragwürdigen Weg eingeschlagen zu haben. Betroffene sind zwei Frauen: Einer wurde die gesunde Gebärmutter entfernt, der anderen eine falsche Krebsdiagnose gestellt.

Zwei Frauen, zwei Fehler – und beide Male steht das Linzer Kepler Universitätsklinikum (KUK) im Mittelpunkt. Einer jungen Patientin wurde irrtümlich die gesunde Gebärmutter entfernt. Einer anderen wurde nach einer Verwechslung mit einer Patientin mit dem gleichen Namen kurzzeitig Krebs diagnostiziert. Beide Betroffenen vertrauten sich der „Krone“ an. Diese beiden Fälle haben zwar eine völlig unterschiedliche Tragweite, aber eine Gemeinsamkeit: die Art der Krisenkommunikation durch KUK und OÖ. Gesundheitsholding (OÖG).

Fall 1: Gesunde Gebärmutter entnommen
Kurz nach einer Anfrage der „Krone“ beim Spital erschien die Geschichte der jungen Frau plötzlich zuerst in einem anderen Medium. Ohne Wissen der Betroffenen. Ohne ihre Sicht. Dafür mit jener des Krankenhauses. Der Anwalt des Opfers, Rainer Hable, erstattete später sogar Anzeige, weil die persönlichen Daten seiner Mandantin ohne Einverständnis an die Zeitung weitergegeben wurden. Die Ermittlungen wurden zwar eingestellt – ein fahler Beigeschmack bleibt aber.

Fall 2: Falsche Krebsdiagnose wegen Namensgleichheit
Auch hier zeigt sich ein ähnliches Muster. Der betroffene Arzt erklärte den von der „Krone“ aufgedeckten Irrtum tags darauf in wieder der gleichen Zeitung quasi für harmlos. Wieder ohne ein Gespräch mit der Betroffenen geführt zu haben und einen Tag, nachdem das KUK den Fehler öffentlich in einer Stellungnahme bereits „bedauert“ hatte. Warum wurde die „Krone“-Anfrage nicht gleich mit der Sicht des Arztes beantwortet und warum wieder nicht mit der Patientin gesprochen?

Beide Frauen haben in zahlreichen Gesprächen mit unseren Redakteuren nicht verstanden, warum ihnen kein Gehör geschenkt wird, waren froh, dass ihnen die „Krone“ hilft, zuhört und nicht nur die Sicht der Ärzte dargestellt wird.

Den Lesern verpflichtet
In diesen beiden und noch weiteren Krankenhaus-Tragödien sollte es nicht darum gehen, dass Medien für die Imagepflege oder Schadensbegrenzung eines Spitals eingespannt werden, sondern einzig allein und ganz „exklusiv“ um die Betroffenen, die schwer mit den Folgen zu kämpfen haben – womöglich ein Leben lang. „Krone“-Gründer Hans Dichand hat stets betont: „Wir sind einzig unseren Leserinnen und Lesern verpflichtet.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt