Ein Sozialbetrug von beeindruckendem Ausmaß wurde am Dienstag am Landesgericht Linz aufgearbeitet. Zwei Männer und eine Frau sollen in mehr als 4000 Angriffen Bauarbeiter falsch angemeldet haben und der Sozialversicherung einen Schaden von über 3,8 Millionen Euro verursacht haben. Die beiden Männer wurden verurteilt, die Frau freigesprochen.
Ein Trio aus dem Kosovo – zwei Männer (41 und 39) und eine Frau (37) standen am Dienstag am Landesgericht Linz Rede und Antwort. Ihnen, insbesondere den Erst- und Drittangeklagten, wurde vorgeworfen, zwischen Jänner 2019 und Dezember 2024 unzählige Bauarbeiter aus Osteuropa in 4038 Angriffen falsch angemeldet zu haben.
3.792.034,28 Euro Schaden
Konkret hätten sie die Dienstnehmer auf verschiedene Firmen angemeldet und anschließend die Anmeldungen storniert, was zu einem Gesamtschaden in der schwindelerregenden Höhe von 3.792.034,28 Euro geführt hatte. Auf diese Weise drückten sie sich um die sonst fälligen Dienstnehmerbeiträge.
Teil von größerem Netzwerk
Anstoß der Ermittlungen seien Inspektionen auf Baustellen in der Steiermark gewesen, bei denen Arbeiter mit komplett gefälschten Papieren ins Netz gingen. Weitere Erhebungen und Razzien hatten ein Geflecht an systematischen An- und Abmeldungen von Bauarbeitern aus Osteuropa aufgedeckt. Das Linzer Trio sei demnach nur Teil eines noch größeren Netzwerks gewesen.
Mehrjährige Haftstrafe
Statt der ursprünglich anberaumten drei Verhandlungstage wurden die Urteile schon am Dienstag gefällt. Der erstangeklagte 41-Jährige muss drei Jahre und drei Monate unbedingt ins Gefängnis, außerdem muss er einen Verfallsbetrag (illegal erwirtschafteter Gewinn) von 500.000 Euro zurückzahlen. Der 39-jährige Zweitangeklagte bekam 24 Monate teilbedingt, sechs Monate scharf. Er muss 100.000 Euro illegale Gewinne zurückzahlen.
Alles rechtskräftig
Beide müssen zudem gemeinsam der Sozialversicherung den Schaden von rund 3,8 Millionen Euro zurückzahlen. Die zweitangeklagte Frau (37) hingegen wurde freigesprochen, alle Urteile sind rechtskräftig.
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