Produktion gefährdet

Nexperia-Streit: China warnt vor neuer Chipkrise

Wirtschaft
08.03.2026 10:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

China hat angesichts eines aufflammenden Konflikts beim niederländischen Chiphersteller Nexperia vor erneuten weltweiten Engpässen in der Halbleiter-Lieferkette gewarnt. Das Handelsministerium in Peking verweist auf „neue Konflikte“ zwischen der niederländischen Konzernzentrale und der chinesischen Tochtergesellschaft, die die Produktion gefährden.

Auslöser der Warnung ist der Vorwurf der chinesischen Nexperia-Sparte, die niederländische Muttergesellschaft habe die Bürokonten aller Mitarbeiter in China gesperrt. Dies habe „neue Schwierigkeiten und Hindernisse“ für die Verhandlungen geschaffen, erklärte das Ministerium.

Wichtiger Lieferant für Automobil-Industrie
„Sollte dies erneut zu einer globalen Krise in der Halbleiterproduktion und Lieferkette führen, müssen die Niederlande die volle Verantwortung dafür übernehmen.“ Nexperia ist ein wichtiger Lieferant für die Autoindustrie, die Chips des Unternehmens stecken in zahlreichen elektronischen Fahrzeugsystemen.

Staatliche Intervention durch die Niederlande
Der Streit schwelt bereits seit Monaten und hat direkte Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Im Oktober war die Produktion in der globalen Autoindustrie ins Stocken geraten, nachdem die Regierung in Peking Exportkontrollen für Nexperia-Chips aus chinesischer Fertigung verhängt hatte. Vorausgegangen war die Beschlagnahmung der Anteile der chinesischen Muttergesellschaft Wingtech durch niederländische Behörden und die Übertragung an einen Anwalt in Amsterdam. Begründet wurde dies später damit, dass der chinesische Eigner Wingtech dabei war, Technologie und Produktionsanlagen nach China zu transferieren.

Nach der staatlichen Intervention der Niederlande hatte sich der chinesische Arm von Nexperia von der Kontrolle durch das europäische Management losgesagt. Seither werfen sich beide Seiten unfaire Verhandlungspraktiken vor, während die niederländische Zentrale die Lieferung von Wafern an das Werk in der Provinz Guangdong wegen mutmaßlich ausbleibender Zahlungen ausgesetzt hat. Vermittlungsversuche von Peking, Den Haag und Brüssel blieben bislang erfolglos.

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