Handel hofft auf Plus

Schuhgeschäfte legen zu, Schmuckhändler verlieren

Wirtschaft
03.03.2026 05:45

Die Österreicher dürften heuer wieder mehr ausgeben, prognostizieren die Wirtschaftsforscher. Darauf hofft auch Rainer Trefelik, Sprecher des heimischen Handels: „Optimismus ist unsere Pflicht.“ Doch internationale Krisen bleiben ein Risiko: „Was im Nahen Osten passiert, kann alle Prognosen über den Haufen werfen.“

Das Vorjahr brachte Licht und Schatten für die Branche. Der Einzelhandel wuchs nominell um 2,6 Prozent, nach Abzug der Preissteigerungen blieben nur 0,7 Prozent übrig. Der große Gewinner war der Schuhhandel mit einem deutlichen Absatzplus von 7,4 Prozent (siehe Grafik). Auch Blumenhändler und Drogerien legten zu. Zu den Verlierern zählten hingegen der Möbel-, Buch- und Schmuckhandel. Bei letzterem sorgte der stark gestiegene Goldpreis für weniger Nachfrage.

Düster: 1200 Handelsbetriebe gingen 2025 pleite. Wegen Konjunkturflaute und Online-Konkurrenz baute die Branche rund 8500 Jobs ab. Die Zahl der offenen Stellen sank um 10%, dafür stieg die Arbeitslosigkeit im Handel um 9,6% an.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Branchensprecher Trefelik übt scharfe Kritik an der Regulierungsflut aus Brüssel und Wien. So könnte zum Beispiel die Abfallrahmen-Richtlinie Jeans um bis zu drei Euro verteuern, weil sie zu höheren Kosten für die Händler führt. Auch die Entgelttransparenz-Richtlinie bringe massive Bürokratie – obwohl der Handels-Kollektivvertrag bereits alle Tätigkeiten fair einstufe.

Kritik: „Wir ersticken in Vorschriften“
Besonders ärgerlich sei das „Golden Plating“. Österreich setzt EU-Regeln oft noch strenger um, als eigentlich notwendig wäre. Bei der Plattform-Richtlinie sollen zum Beispiel plötzlich auch kleine Händler erfasst werden – statt nur Amazon.

Rainer Trefelik, Sprecher der Handelsbranche, fordert die Senkung der Lohnnebenkosten.
Rainer Trefelik, Sprecher der Handelsbranche, fordert die Senkung der Lohnnebenkosten.(Bild: Eva Manhart)

Forderungen: Weniger Regeln, mehr Entlastungen
Der Handel fordert: Schluss mit Golden Plating, Entlastung bei den hohen Lohnkosten und echte Reformen im Land. Erste Erfolge gibt es: Die kalte Progression wurde entschärft, die Ausdruckspflicht für Belege wird heuer noch wegfallen. „Aber das reicht nicht“, so Trefelik. „Die Kostenbelastung erstickt die Betriebe.“

Auch Handel für Senkung der Lohnnebenkosten
Darum hofft Trefelik auf eine baldige deutliche Senkung der Lohnnebenkosten, und zwar nicht nur um weniger als ein Prozent. Geld dafür sei in den Strukturen des Staates genügend zu finden: „Wir haben ein Ausgabenproblem in Österreich, kein Einnahmenproblem. Die Politik muss endlich Strukturreformen angehen – bei Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Pensionen und Föderalismus!“

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