Wieder Lawinendrama

Tirol: Zwei abgängige Tourengeher tot geborgen

Tirol
01.03.2026 16:29

Bei einer großen Suchaktion in Tux (Zillertal) wurden am Sonntag zwei einheimische Tourengeher noch tot unter einer Lawine auf der Tamlspitze (2611 m) gefunden. Das Unglück hatte sich bereits am Samstag ereignet.

Die Tourengeher (44 und 47) wurden am Samstagabend als vermisst gemeldet, gegen 22 Uhr startete die Bergrettung Tux einen großen Sucheinsatz. „14 Mann unserer Ortsstelle stiegen in Richtung Vallruckalm auf“, schildert Einsatzleiter Stefan Pichlsberger.

Lawinenkegel in der Nacht entdeckt
Die Alpinpolizei und die Bergrettung Mayrhofen rückten mit ihren Drohnen aus, um Mitternacht traf dann der FLIR-Hubschrauber der Polizei aus Salzburg mit Wärmebildkamera ein. Der Heli entdeckte bald einen Lawinenkegel bei der Tamlspitze, einem Vorgipfel der Torspitze (2663 m).

Für die Bergretter war es freilich zu gefährlich, bei Lawinenwarnstufe 3 und zahlreicher anderer entdeckter Lawinenkegel, weiter in Richtung Tamlspitze aufzusteigen. „Um 1 Uhr mussten wir den Einsatz daher abbrechen“, so Einsatzleiter Pichlsberger.

Unterhalb der Lawine waren deutlich Aufstiegsspuren zu sehen.
Unterhalb der Lawine waren deutlich Aufstiegsspuren zu sehen.(Bild: Privat, Krone KREATIV)

Am Sonntag um 6.30 Uhr startete die Suche freilich erneut. Neben der Bergrettung Tux und der Alpinpolizei waren auch der Polizeihubschrauber Libelle Tirol und der Notarztheli Alpin 5 vor Ort.

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Um 1 Uhr in der Nacht mussten wir den Einsatz aus Sicherheitsgründen abbrechen.

Stefan Pichlsberger, Einsatzleiter Bergrettung Tux

Am Sonntag zunächst kein Flugwetter
„Zunächst gelang es wegen des schlechten Wetters jedoch nicht, zur vermuteten Unglücksstelle zu gelangen“, schildert Markus Rainer, am Sonntag Einsatzleiter der Bergrettung Tux. Um 12.30 besserte sich dann jedoch das Wetter, sodass die Libelle Tirol und Alpin 5 mit Einsatzkräften zu dem Kegel direkt unter der Tamlspitze durchkamn. 

LVS-Signale von Heli aus empfangen
„Wir empfingen dort auch ein LVS-Signal und konnten die beiden Vermissten rasch finden und ausgraben“, so Markus Rainer. Für das Unterländer Duo kam allerdings jede Hilfe zu spät, es konnte nur der Tod festgestellt werden. Die Libelle Tirol flog die Opfer später ins Tal, gegen 14 Uhr war der Einsatz beendet.

Die Rettungskräfte wurden mit dem Heli zur Lawine geflogen.
Die Rettungskräfte wurden mit dem Heli zur Lawine geflogen.(Bild: ZOOM Tirol)
(Bild: ZOOM Tirol)
(Bild: ZOOM Tirol)

Beide Opfer mit Sicherheitsausrüstung
Unklar ist, wann sich das Unglück am Samstag ereignet hatte. Es passierte jedenfalls in felsdurchsetzten, rund 40 Grad steilem Gelände. Am Unglückstag herrschte in Tirol Lawinenwarnstufe 3 – erhebliche Gefahr. Bei dieser Gefahrenstufe passieren die meisten tödlichen Unfälle. Die beiden Tourengeher trugen beide in LVS-Gerät. Sie sind die Lawinentoten 14 und 15 in diesem Winter bisher in Tirol.

Die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen war äußerst professionell“, resümieren Rainer und Pichlsberger.

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