Grünen Daumen zücken

Frühling lockt die Hobby-Gärtner zum Saisonstart

Burgenland
18.03.2026 11:00

Wer jetzt die richtigen Schnitte setzt, freut sich im Sommer über gesundes Wachstum. Tipps vom Profi helfen, neue Pflanzen richtig auszuwählen und einzusetzen. 

Ganz schön kraftvoll sind die ersten Sonnenstrahlen, die jetzt die Frühlingsblüher wie Krokusse, Hyazinthen oder Märzenbecher zur vollen Pracht bringen. Frühe Pfingstrosen-Arten zeigen bereits längere, rote Triebknospen. Als Zeigerpflanze dafür, wann denn der Frühling tatsächlich ernsthaft herannaht, gilt der Schwarze Holunder: Wenn am Busch die ersten kleinen Blatt-Triebe sichtbar werden, dann können die Hobbygärtner die Saison wieder beginnen.

Start mit dem Lavendel
Da gibt es in den nächsten Wochen gut zu tun. Wo die Blütenstände des Lavendels nicht im Herbst geschnitten wurden, ist es höchste Zeit: Bis maximal ein Drittel des vorhandenen Neuaustriebes darf abgeschnitten werden, nicht ins alte Holz schneiden! Schneiden gilt jetzt generell für Pflanzen, rät der stellvertretende Innungsmeister der Gärtner und Floristen Dominik Bieberle: „Bevor Stauden und Gräser neu austreiben, sollten sie zurückgeschnitten werden. Schnittgut, trockene Blütenstände und Fruchtstände können gerne noch einige Zeit im Garten gelagert werden. Sie dienen vielen Insekten als Winterquartier.“

Rückstände vom Schnitt können noch ein wenig gelagert werden.
Rückstände vom Schnitt können noch ein wenig gelagert werden.(Bild: maryviolet - stock.adobe.com)

Auch Bäume und Sträucher werden vor dem Austrieb geschnitten. Marille, Kirsche, Nussbaum und einige Ziergehölze sind davon ausgenommen, sie könnten entweder pilzanfällig oder generell geschwächt werden. Einige Gehölze bildeten schon Knospen im Vorjahr – ein Beschneiden würde die Frühjahrsblüte vernichten. Bieberle: „Das anfallende Schnittgut kann in Totholzhaufen oder -hecken angelegt werden, die vielen Insekten, Blindschleichen, Igeln oder Vögeln wertvollen Lebensraum bieten.“

Stv. Innungsmeister Dominik Bieberle rät zum Anlegen von Totholzhecken oder -haufen zugunsten ...
Stv. Innungsmeister Dominik Bieberle rät zum Anlegen von Totholzhecken oder -haufen zugunsten des Artenreichtums.(Bild: Gartengestaltung Bieberle)

Rasenflächen sollten nur vorsichtig betreten werden, solange sie nicht richtig abgetrocknet sind. Zur Bodengesundheit arbeiten umsichtige Gärtner im Frühling in die Beete Kompost oder Hornspäne ein. Schwere Böden werden zusätzlich gelockert.

Die Gießkanne nimmt ihren Einsatz auf
Mit dem Einschalten der Bewässerungsanlage sollte man noch warten, „wegen der letzten Fröste“, wie Bieberle rät. Deshalb sollte das Gießen derzeit noch händisch erfolgen. Gegossen werden jetzt immergrüne Gehölze, weil sie auch im Winter über ihre Blätter Wasser verdunsten. Zudem brauchen Topfpflanzen, die in der kalten Jahreszeit draußen waren, immer wieder Wasser. Allerdings nur an frostfreien Tagen. Selbiges gilt auch für die Pflanzen, die vergangenen Herbst neu eingepflanzt wurden.

Trockenkünstler im Trend
Bieberle: „Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Pflanzen in Containern oder mit Ballen gepflanzt werden.“ Im Trend liegen trockenheitsverträgliche Stauden und Gehölze wegen der zunehmenden  Trockenphasen und längerer Hitzeperioden. „Dabei ist es aber auch wichtig, die Bodenbeschaffenheit zu beachten, denn diese Pflanzen benötigen einen gut durchlässigen, oft mineralischen Boden“, rät Bieberle zu genauer Analyse. Beispiele für Trockenheitskünstler sind etwa Schmetterlingsflieder, Hartriegel, Forsythie, Hainbuche oder der Dirndlstrauch. Von Kirschlorbeer oder Pampasgras, die gerne als Exoten in Gärten gepflanzt werden, rät Bieberle ab, weil die Pflanzen sich mittlerweile schon invasiv zum Nachteil der heimischen Flora vermehren. Ab etwa April können mehrjährige Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano oder Minze gesetzt werden.

Bodenverbesserung
Wo der Wurm drin ist, ist alles gut

Schon im Vorfrühling sind die wichtigsten Helferlein der Gärtner aktiv an der Arbeit: Regenwürmer belüften den Boden und sind wichtiges Futter für andere Arten. Der Naturschutzbund gibt Infos und Tipps, wie Regenwürmer im heimischen Garten am besten unterstützt werden können.

Der Regenwurm ist ein Multitalent im Garten
Der Regenwurm ist ein Multitalent im Garten(Bild: Naturschutzbund/Helga Marek)

Regenwürmer arbeiten als Multitalente im Bodenbereich: Durch ihre Grabtätigkeit lockern sie nämlich verdichtete Erde auf. Sie legen dabei äußerst feine, weit verzweigte Röhrensysteme an. In einem Kubikmeter Boden können diese Gänge – wenn man sie zusammenrechnet – bis zu 1100 Meter lang sein. Die Röhren verbessern die Durchlüftung und damit auch die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern. So kann Regen viel besser in den Boden eindringen, Staunässe wird reduziert und Pflanzenwurzeln erhalten leichter Zugang zu Wasser und Nährstoffen. Gleichzeitig verzehren Regenwürmer abgestorbenes Pflanzenmaterial und scheiden es als wertvollen Wurmhumus wieder aus – ein besonders nährstoffreicher Dünger, der die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhöht. Auch fressen sie eine Vielzahl an Mikroorganismen und können so effektiv Krankheitserreger dezimieren. Böden mit aktiven Regenwurmpopulationen sind weitaus gesünder und dadurch auch viel widerstandsfähiger gegen Trockenheit, Erosion und Nährstoffverluste.

Gerade in Hausgärten sind Regenwürmer unverzichtbar: Sie verbessern die Bodenstruktur, steigern die Fruchtbarkeit von Beeten und sorgen dafür, dass Pflanzen gesünder wachsen. Ein naturnah gestalteter Garten ist dabei der verlässlichste Garant für eine gute Bodenqualität. Möglichst wenige menschliche Eingriffe, vielfältige Bepflanzung und möglichst viel organisches Material an der Oberfläche – in Form liegengelassener Pflanzenreste, Laub und Totholz – schaffen ideale Bedingungen für Regenwürmer und andere Bodenlebewesen.

Regenwürmer unterstützen geht einfach
Am besten verzichtet man auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide, gräbt den Boden nicht unnötig um, lässt Laub und Pflanzenreste als Mulch liegen und sorgt für ausreichend Bodenfeuchtigkeit. Kompost, Gründüngung und vielfältige Bepflanzung schaffen ideale Lebensbedingungen für die fleißigen Helferleins. Verschiedene Regenwurmarten haben auch unterschiedliche Präferenzen für bestimmte Böden: Idealerweise legt man im Garten verschiedene Habitate an. Beispielsweise eine Feuchtwiese und einen trockeneren Bereich für unterschiedliche Arten, die wiederum die Pflegeleichtigkeit des Gartens enorm steigern.

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