Der Pleitegeier hat auch Klagenfurt erwischt, das innerhalb von nur drei Jahren abstürzte. Der zweite „Stock“ verliert an Wert - der ÖFB will gegenlenken.
Die aktuelle Saison trifft den österreichischen Fußball wie ein Blitz. Genauer gesagt kommt der (Konkurs-)Hammer! Gleich zwei Klubs aus „Liga zwa“ landeten unter diesem, die Spielklasse machte zuletzt mehrere Schritte zurück - also quasi einen kapitalen Bauchfleck!
Robbie Williams und Co. sollen Stadion retten
Der jüngste Kapazunder – nach dem Untergang Stripfings – heißt Austria Klagenfurt. Über der Kärntner Hauptstadt kreiste der Pleitegeier schon länger, jetzt herrscht offiziell Gewissheit: Der Verein legt keinen Rekurs gegen ein Insolvenzverfahren ein, will aber den Spielbetrieb bis Saisonende fortsetzen. Dafür steht hinter der Akademie ein Fragezeichen, die Arena könnte dank Gold-Unternehmer Helmut Kaltenegger eine Namensänderung erhalten, auch Konzerte in der Größenordnung a la Robbie Williams veranstalten ...
Zukunftsmusik! Der Status quo ist ernüchternd: Während man 2023 noch im Meister-Play-off der Bundesliga war, folgte nur knapp drei Jahre später die Breitseite! Kulttrainer Peter Pacult, der Klagenfurt damals so erfolgreich betreute, zeigte die Missstände nach der Entlassung auf: „Wir hatten Spieler, die sich untereinander das Geld für die Miete geborgt haben. Das belastet.“
Kurios: Am Freitag wäre zum Restart Austria Klagenfurt gegen Stripfing gewesen – sprich: der „Bankrottico“. Dass die Kärntner die 2. Liga sportlich finalisieren wollen? So sieht es die Konkurrenz – etwa die Titelanwärter St. Pölten und Admira: „Ich bin nur froh, dass wir die Meisterschaft ordentlich zu Ende spielen“, meint SKN-Coach Cem Sekerlioglu, „alles andere wäre eine absolute Katastrophe gewesen.“ Wobei der Schaden auch so angerichtet ist. „Eigentlich kurios, dass wir uns freuen müssen, dass es nur einen Klub vorzeitig erwischt hat“, schüttelt Admira-Boss Ralf Muhr den Kopf. „Die Frage wird jetzt sein, wie Klagenfurt die Saison fertig spielt.“ In der zweiten Tabellenhälfte sagt Rapid-II-Trainer Jürgen Kerber dazu, dass es (wohl) nur einen Absteiger gibt: „Für den Verein bringt es mehr Planungssicherheit. Dennoch: Unsere jungen Spieler sollen auf hohem Niveau agieren, auch lernen, mit Druck umzugehen.“
„Müssen Lösungen finden“
Ob der Entwicklung schrillen auch beim ÖFB langsam aber sicher die Alarmglocken. Die Reputation der 2. Liga geht gegen null, auch der Wunsch der Regionalligisten aufzusteigen – aufgrund finanzieller Belastung und fehlender Attraktivität – sinkt zunehmend.
„Die ganze Thematik ist Teil eines Strategieprozesses. Es gilt jetzt, sich alle Interessen anzuschauen. Wir müssen Lösungen finden“, so ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer.
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