JULIA DUJMOVITS

Weil‘s der einzige Weg ist, wieder zu leben

Burgenland
22.02.2026 07:00
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Heute vor zwölf Jahren feierte Julia Dujmovits ihr Olympia-Gold. Die Sulzerin überlebte die Tragödie von Kaprun nur knapp, gewann in Sotschi auch mit ihren verstorbenen Freunden im Herzen.

„Für mich ist es eine Ehre, die ich nie vergessen werde. Und gleichzeitig eine Bestätigung: ‘Du hast es geschafft. Aus dem Burgenland – gegen alle Zweifel.’” Julia Dujmovits erinnert sich gerne an ihre Sternstunde in Sotschi. Heute vor zwölf Jahren machte sie ganz Österreich und vor allem ihre Heimat stolz. 2014 holte sie in einem echten Hundertstelkrimi Gold im Snowboard-Parallelslalom. Es war der erste und bis heute einzige rot-goldene Winterolympiasieg. Damit schrieb sie ein Kapitel, wie es nur der Sport hinbekommt.

Dujmovits kommt aus einem südburgenländischen Örtchen, das eher für Ruhe als für große Olympiaträume steht. In Sulz, wo der höchste „Hügel” gerade einmal 228 Meter hoch ist, sind Berge eher ein Fremdwort. Trotzdem entdeckt Julia in den Winterurlauben ihre Leidenschaft fürs Snowboarden. Doch ein Ausflug sollte ihr dabei fast zum Verhängnis werden. In der Tragödie von Kaprun im Jahr 2000 starben zahlreiche Menschen durch einen Brand in einer Standseilbahn. Die damals 13-Jährige gehörte zu den wenigen aus ihrem Team, die überlebten. Viele ihrer Freunde fuhren aber an diesem Tag in den Tod. „Wenn ich mit der Julia von damals reden könnte, würde ich ihr sagen, dass sie in ein paar Monaten wieder aufs Board steigen wird. Weil es der einzige Weg ist, wieder zu leben.”

Sekunden nach ihrem Olympiasieg. Emotion pur!
Sekunden nach ihrem Olympiasieg. Emotion pur!(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Dass sie 13 Jahre später Gold holt – auch für ihre verstorbenen Freunde – hätte sie sich damals kaum erträumen können. „Das Gefühl vor dem letzten Lauf im Starthaus war das Schönste. Ich habe komplett losgelassen und bin all in gegangen. Als ich dann die Anzeige gesehen habe – Emotion pur”, erinnert sie sich. Vor den Olympischen Spielen habe sie härter trainiert als je zuvor, alles auf eine Karte gesetzt. Um dann das „Puzzle endlich vollenden zu können”.

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Was du erreichst, ist weniger wichtig als wie du es erreichst.

Julia Dujmovits

„Als Vorteil gesehen”
Es war ein Augenblick, der alles veränderte. „Plötzlich war ich sichtbar. Es war vielmehr ein Anfang als ein Ende”, betont sie. Gleichzeitig ging nach dem erfüllten Traum der Sinn am Rennfahren etwas verloren. 2018 folgte das Karriereende – für Dujmovits ein „Schritt zurück zu mir”. Umso bemerkenswerter war ihr Comeback 2020 – WM-Medaille inklusive. Heute steht die 38-Jährige nicht mehr bei Rennen am Start, sondern unterstützt andere Menschen. Als Mental Coach und Keynote-Speakerin arbeitet sie heute mit Führungskräften und Gründern. Und auch jungen Sportlern aus ihrer Heimat möchte sie Mut machen. „Es war eine riesige Herausforderung, aber ich habe das Burgenland immer als Vorteil gesehen. Deine Ausgangslage definiert nicht dein Potenzial”, unterstreicht sie.

Rückschläge gab’s in ihrem Leben genug, trotzdem blieb sich Julia immer treu. Und fuhr vor zwölf Jahren mit viel Leidenschaft sensationell zu Gold – stets mit einem Motto im Kopf: „Was du erreichst, ist weniger wichtig als wie du es erreichst.”

Bis 2022 fuhr die Burgenländerin Rennen. Heute ist sie zweifache Mutter.
Bis 2022 fuhr die Burgenländerin Rennen. Heute ist sie zweifache Mutter.(Bild: APA/EXPA)
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