Folgen noch unklar

Musk-Rakete hinterließ Lithium-Wolke über Europa

Wissen
20.02.2026 14:21

Als im Februar 2025 eine Raketenstufe von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX als spektakulärer Feuerball über Westeuropa verglühte, war die Aufmerksamkeit groß. Nun zeigt sich: Der Absturz hinterließ offenbar nicht nur Trümmer am Boden, sondern auch eine messbare Metallwolke in großer Höhe.

Forschenden ist es erstmals gelungen, „eine direkte Verbindung zwischen einem bekannten Stück Weltraumschrott, das auf die Erde stürzte, und der Verschmutzung der Atmosphäre“ herzustellen. Konkret geht es um eine Oberstufe einer Falcon-9-Rakete, die am 19. Februar 2025 unkontrolliert wieder in die Atmosphäre eintrat. Trümmerteile landeten unter anderem in Polen.

Spektakulär ist die Falcon 9 über Europa verglüht – Wissenschaftler haben Spuren davon nun in ...
Spektakulär ist die Falcon 9 über Europa verglüht – Wissenschaftler haben Spuren davon nun in der Atmosphäre nachgewiesen.(Bild: AFP/GERD BAUMGARTEN)

„Wir sahen ein sehr starkes Signal“
Ein Team des Leibniz Institute of Atmospheric Physics wies nun mithilfe eines speziellen Lasersystems (LIDAR) in rund 100 Kilometern Höhe eine deutlich erhöhte Lithium-Konzentration nach. „Wir sahen ein sehr starkes Signal, eine Verzehnfachung der Lithium-Dichte“, erklärte der Forscher Robin Wing der BBC.

Der Multimilliardär Elon Musk sieht in seinem Unternehmen SpaceX die Zukunft – nun wächst aber ...
Der Multimilliardär Elon Musk sieht in seinem Unternehmen SpaceX die Zukunft – nun wächst aber die Sorge vor möglichen Umweltschäden durch die vielen Raketenstarts.(Bild: AP)

Lithium eignet sich als Spurenelement besonders gut, weil es natürlicherweise nur in sehr kleinen Mengen in dieser Atmosphärenschicht vorkommt. Eine einzelne Falcon-9-Rakete enthalte dagegen rund 30 Kilogramm Lithium.

Verglühendes Aluminium bereitet Sorgen
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“ veröffentlicht. Laut Space.com sei es „noch nie zuvor gelungen“, eine solche Verschmutzungswolke eindeutig einem einzelnen Wiedereintritt zuzuordnen.

Sorgen bereitet den Forschenden vor allem Aluminium und das daraus entstehende Aluminiumoxid, das beim Verglühen entsteht. Diese Stoffe könnten die schützende Ozonschicht beeinflussen und die Wärmebilanz der Atmosphäre verändern. Über die langfristigen Folgen wisse man jedoch noch wenig.

Immer mehr Weltraumschrott in Atmosphäre
Der Hintergrund: Immer mehr Satelliten und Raketen starten ins All – und ihre Reste kommen zurück. Die European Space Agency schätzt, dass täglich mehr als drei größere Teile von Weltraumschrott in die Atmosphäre eintreten. SpaceX selbst hat sich zu den aktuellen Forschungsergebnissen noch nicht geäußert.

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