Dickes Zölle-Minus

Europäische Stahlexporte in die USA brechen ein

Wirtschaft
20.02.2026 14:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die von US-Präsident Trump verhängten Importzölle auf Stahl und Aluminium haben die europäischen Stahl-Exporte in die USA deutlich sinken lassen. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten seien im zweiten Halbjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent eingebrochen.

Der dramatische Rückgang sei direkt auf Trumps Zölle zurückzuführen, teilte der Branchenverband der europäischen Stahlhersteller Eurofer am Freitag unter Verweis auf Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat mit. 

Die USA hatten im vergangenen Jahr Zölle in Höhe von 50 Prozent auf die Rohmaterialien sowie eine Reihe von Produkten, die Stahl oder Aluminium enthalten, erhoben. Ein im Sommer getroffenes Abkommen legte Importzölle von 15 Prozent auf fast alle Produkte aus der EU fest, nahm aber Aluminium und Stahl davon aus. Seither bemüht Brüssel sich darum die Metallzölle ebenfalls zu senken, bisher jedoch ohne Erfolg.

Europa hofft auf Entgegenkommen
Die jüngsten Exportzahlen „unterstreichen die Notwendigkeit, dass jedes Handelsabkommen zwischen der EU und den USA fair, ausgewogen und durchsetzbar sein muss“, erklärte Eurofer.

Die Infografik zeigt, dass die USA 2024 der wichtigste Handelspartner der EU sind. Bei den Exporten aus der EU haben die USA einen Anteil von 21 %, gefolgt von Großbritannien mit 13 % und China mit 8 %. Bei den Importen in die EU liegt China mit 21 % vorne, die USA folgen mit 14 % und Großbritannien mit 7 %. Der Warenhandel zwischen EU und USA beträgt 532,3 Milliarden Euro für Exporte aus der EU und 334,8 Milliarden Euro für Importe in die EU. Bei Dienstleistungen exportiert die EU 334,5 Milliarden Euro in die USA, während die USA 482,5 Milliarden Euro in die EU exportieren. Quelle: Eurostat.

Es wird erwartet, dass das EU-Parlament am Dienstag über die Umsetzung des Zoll-Abkommens aus dem vergangenen Sommer abstimmt. Der Ratifizierungsprozess wurde ausgesetzt, nachdem Trump gedroht hatte, Grönland zu annektieren. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič drängte die Abgeordneten am Freitag, dem Abkommen „so schnell wie möglich“ zuzustimmen.

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