Der Mittelburgenländer Manfred Tiefenbach (60) ist einer von nur 18 Menschen weltweit, denen der 10. Dan, die höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Kampfkunst, verliehen wurde. Er hat sich nicht darum beworben.
Was, wenn ein Box-Weltmeister im Schwergewicht auf ihn losgehen würde? Könnte er den umhauen? Manfred Tiefenbach schmunzelt schelmisch, ehe dem 60-Jährigen ein „Selbstverständlich“ über die Lippen huscht und er „wenn ich wollte“ folgen lässt. Es verhält sich nämlich so: Je aggressiver der Angreifer und je entspannter der Verteidigende ist, desto größer sind die Schmerzen. „Ich kenne sämtliche Vitalpunkte am Körper. Wenn man die trifft, das muss nicht einmal fest sein, werden verschiedene Organe lahmgelegt – Leber, Lunge etc. Und schon ist eine Ruh’.“
Vom Bruce-Lee-Fan zum verehrten Großmeister
Manfred Tiefenbach auf einen Kampfsportler zu reduzieren, würde dem Mann aus Weppersdorf nicht gerecht. Er ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Kampfkunst, einer von nur 18 Menschen weltweit, denen durch die Dillman Karate International in den USA der 10. Dan, die höchstmögliche Auszeichnung, verliehen wurde. „Vor 43 Jahren, als ich, inspiriert von Bruce Lee, mit Karate begonnen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich dort hinkomme, wo ich heute stehe“, sagt der Burgenländer, der sich Großmeister und Professor nennen darf, ohne schief angeschaut zu werden.
„Die Nominierung kann man nicht beeinflussen“
Nun, wie schafft man das rare Kunststück, zum Großmeister auf dem Gebiet der Kampfkunst ernannt zu werden? Im traditionellen Dan-System steht der schwarze Gürtel mit dem 1. Dan für den ersten Meistergrad. „Das ist wie eine Gesellenprüfung.“
Je höher die Dan-Zahl, desto größer die Verantwortung, das Wissen und die Reife des Trägers – nicht nur technisch, sondern auch ethisch, spirituell und lehrpädagogisch. „Man unterrichtet, bildet sich weiter, achtet auf seine Schüler. Die Nominierung kommt von außen. Man kann das nicht beeinflussen.“
Wissen weitergeben
Tiefenbach, staatlich geprüfter Lehrwart für Karate, lizenzierter Übungsleiter für Allround- und Shotokan-Karate sowie Kampfrichter in Kata und Kumite, gibt sein profundes Wissen über traditionelle Stile wie Kyusho Jitsu, Ryukyu Kempo, Zendoryu Karate, Kobudo, Zhineng Qigong oder Tai-Chi, kombiniert mit modernem Wissen über Energiearbeit, seit 1998 an Kinder, Jugendliche und Erwachsene weiter – erst in seiner Heimatgemeinde Weppersdorf, aktuell in der „Master’s Qi Academy“ in Wiener Neustadt.
2018 wurde dem Kampfkünstler das Verdienstkreuz des Landes Burgenland verliehen. Für den 9. Dan. Er schmunzelt wieder.
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