Disqualifiziert!

Nach Helm-Zoff: Ukrainer muss seine Koffer packen

Olympia
12.02.2026 09:17

Für den Ukrainer Vladyslav Heraskevych sind die Olympischen Spiele zu Ende. Weil er sich geweigert hatte, seinen mit Bildern von im Krieg getöteten Landsmännern und -frauen beklebten Helm abzunehmen, wurde der Skeleton-Fahrer nun vom IOC disqualifiziert.

Der Helm des 27-Jährigen zeigt Fotos von 20 ukrainischen Sportlern und Sportlerinnen, die im Krieg gegen Russland ihr Leben verloren hatten. Damit verstieß Heraskevych jedoch gegen Regel 50 der Olympischen Charta. 

Heraskevych trat mit einem Helm an, der Bilder verstorbener Ukrainer und Ukrainerinnen zeigt.
Heraskevych trat mit einem Helm an, der Bilder verstorbener Ukrainer und Ukrainerinnen zeigt.(Bild: AFP/TIZIANA FABI)

Der Verusch von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, den Athleten zu überzeugen, den Helm auszutauschen, blieb erfolglos, weshalb sie sich dazu gezwungen sah, Heraskevych am Donnerstagmorgen – nur eine Stunde vor dem Skeleton-Bewerb der Herren - zu disqualifizieren.

Vladyslav Heraskevych muss die Heimreise antreten.
Vladyslav Heraskevych muss die Heimreise antreten.(Bild: AP/Fatima Shbair)

„Geht nicht um die Botschaft“
„In allen olympischen Einrichtungen, Wettkampfstätten und anderen Bereichen sind Demonstrationen sowie politische, religiöse oder rassistische Propaganda jeglicher Art verboten“, begründete Coventry die Entscheidung. In einer Mitteilung des Komitees heißt es weiter: „Das IOC war sehr daran interessiert, dass Herr Heraskevych an den Wettkämpfen teilnehmen konnte. Aus diesem Grund hat sich das IOC mit ihm zusammengesetzt, um einen respektvollen Weg zu finden, seinem Wunsch nachzukommen, seiner im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine ums Leben gekommenen Sportlerkollegen zu gedenken. Im Kern geht es in diesem Fall nicht um die Botschaft, sondern darum, wo er sie zum Ausdruck bringen wollte.“

Protest beim CAS?
Heraskevych selbst reagierte im Interview mit dem ORF mit großem Frust auf seine Disqualifikation. „Ich kenne meine Rechte und mein Helm hat diese Rechte nicht verletzt. Ich habe keine Propaganda betrieben und hätte eine Medaillenchance gehabt. Es ist schmerzhaft und tut weh, denn ich finde, es sollten für jeden die gleichen Regeln gelten. Andere Athleten haben auch Zeichen gesetzt. Wir überlegen, ob wir zum CAS (Internationaler Sportgerichtshof, Anm.) gehen und Protest einlegen werden“, so der Ukrainer, der weiterhin für seine Botschaft einsteht und seinen Traum von einer Olympia-Medaille damit – zumindest vorerst – begraben muss ...

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