Alufolie mit Crack-Resten, Spritzen, Fäkalien: Im Keller eines Hochhauses im Salzburger Bahnhofsviertel ist der Horror Alltag. Bewohner berichten von 20 bis 30 Dealern und Käufern täglich und Angst um ihre Kinder – und kritisieren Polizei und Hausverwaltung ...
Alufolien mit Crack-Resten, Papierrollen zum Inhalieren, Spritzen mit Heroin-Rückständen – was gut gesittete Salzburger nur aus Filmen kennen, ist für die Bewohner eines Hochhauses im Salzburger Bahnhofsviertel trauriger Alltag.
„Jeden Tag laufen hier 20 bis 30 Menschen ein und aus, die Drogen kaufen und konsumieren. Wenn sie drauf sind, muss man aufpassen, ihnen nicht in die Quere zu kommen“, schildert ein Bewohner.
Er lebt mit Frau und Kindern seit fünf Jahren beim ehemaligen Cineplexx-City-Gebäude. „Man kennt mich hier, darum möchte ich nicht in der Zeitung erkennbar sein“, schildert er. Zu groß ist die Angst vor Konsequenzen durch die Dealer.
Beim Runden Tisch werden wir auch über die Situation in diesem Wohnhaus sprechen. Wir prüfen Möglichkeiten und Hebel. So kann es definitiv nicht bleiben.

Vincent Pultar, SPÖ-Gemeinderat
Bild: Markus Tschepp
Die „Krone“ war vor Ort. Im Keller wird offensichtlich hartes Zeug konsumiert. Müll, Spritzen, Drogenreste, Kot sind keine Seltenheit.
Ein Umzug kommt nicht infrage: „Ich habe versucht, eine andere Wohnung zu finden. Salzburg ist teuer – da bleibe ich lieber hier, zahle 700 Euro Miete.“
„Früher gab es eine Reinigungsfrau“
Die Hausverwaltung wird scharf kritisiert: „Früher kam eine Reinigungsfrau, die hat das gut gemacht. Aber jetzt passiert nichts mehr.“ Kritik gibt es auch an der Polizei: „Wir haben uns oft gemeldet und erzählt, was hier passiert. Aber es wird nichts mehr getan.“
Die Zustände sind auch an der Stadtpolitik nicht vorübergegangen. Vincent Pultar, Klubvorsitzender der Stadt-SPÖ, sagt: „Der Zustand ist alarmierend. Damenbinden mit Blut, Fäkalien, Müll. Drogendeals und -konsum finden in dem Wohnhaus statt. Man möchte sich nicht vorstellen, was passieren kann, wenn Kinder über benutzte Spritzen steigen müssen.“
Bürgermeister Bernhard Auinger lädt am 17. Februar zu einem Runden Tisch zum Bahnhofsviertel, wo Drogen und Gewalt keine Ausnahme sind. Im Zuge dessen will Pultar auch das Horror-Haus thematisieren. „Man muss hinschauen und die Menschen, die in dem Haus wohnen, unterstützen.“
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.