So ein Tribunal hat die Kärntner Landeshauptstadt noch nie erlebt. Stundenlang drosch die SP bei der Gemeinderatssitzung auf Stadtchef Christian Scheider ein, weil er zwei Gutachten bei Prüfer Ulrich Kraßnig rechtswidrig in Auftrag gegeben haben soll. Auch Kraßnig trat auf. Scheider bleibt eine Rückzahlung erspart.
Die SP stellte für die vom Stadtchef beauftragten Gutachten zu den Stadtwerken von Wirtschaftsprüfer Ulrich Kraßnig in Höhe von 12.000 bzw. 18.000 Euro einen Regressantrag, weil die Gutachten laut Gemeindeaufsicht rechtswidrig waren. Kraßnig war zum zweiten Mal geladen, um den Mandataren Auskunft zu erteilen. Er stand fast eine Stunde am Podium, da war es mucksmäuschenstill im Saal. „Ich hab’ ein Büro mit 70 Mitarbeitern in Klagenfurt, mache sechs Millionen Euro Umsatz im Jahr. Ich riskiere doch nicht wegen 10.000 Euro meine Zulassung“, sagt der Prüfer.
17 Seiten doppelt verwendet
Kraßnig musste sich wegen einer Doppelverrechnung verantworten. „Die gab es natürlich nicht. Ich habe 56 Seiten geliefert, 17 Seiten wurden doppelt verwendet, die habe ich nicht verrechnet“, sagt Kraßnig. Er fühle sich mittlerweile kriminalisiert, vor allem vonseiten der SPÖ, sagte Kraßnig. Der Regressantrag erreichte jedoch nicht die nötige Zweidrittelmehrheit, wird nun im Ausschuss behandelt. Über Kraßnigs Gutachten für die Stadt, das 72.000 Euro kostete, wurde nicht gesprochen. Bisher erhielt er nur die Hälfte der Gage, jetzt hat er die Stadt geklagt.
SItzung war sogar unterbrochen
Das teure Hallenbad und ein möglicher Ausverkauf bei den Stadtwerken standen im Brennpunkt. Auch der Paragraf 73, mit dem der Bürgermeister alleine Beschlüsse treffen kann. „Dieser Paragraf wird in dieser Legislaturperiode nicht mehr eingesetzt“, versprach Scheider.
Gemeinderat Karl Klein attackierte die SP: „Sie haben stundenlang nur mit Dreck geworfen.“ Der rote Mandatar Manfred Mertel konterte: „Viele lieben ein schlampiges Verhältnis zu den Bürgern. Wir schaden der Stadt, man kann das Recht nicht mit Füßen treten.“ Die Sitzung war sogar unterbrochen.
Grünes Licht für Altstadtzauber
Positiv: Der Altstadtzauber wird auch heuer von 7. bis 9. August über die Bühne gehen, Kostenzuschuss der Stadt sind 110.000 Euro. FP-Stadträtin Sandra Wassermann: „Die Stadtrichter sind doch kein Antragsteller zweiter Klasse, haften sogar dafür. Wir können stolz auf den Altstadtzauber sein.“
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