Fast einstimmig (nur Grüne dagegen) beschloss der Tiroler Landtag am Mittwoch die Novelle des Tiroler Jagdgesetzes. Kern der Neuerungen ist, dass der Abschuss von Wölfen in bestimmten Gefährdungslagen einfacher und schneller wird.
Ein wichtiger Punkt ist, dass ein zusätzliches, noch schnelleres Verständigungssystem eingeführt wird: Bei unmittelbarer Gefährdung von Mensch oder Tier können Jagdausübungsberechtigte künftig rasch per SMS informiert werden.
Jagdkarte und Jagderlaubnis genügt
Neu ist außerdem, dass – unter klar definierten Voraussetzungen – auch Tierbesitzer sowie Almpersonal Wölfe entnehmen können, sofern sie über eine gültige Tiroler Jagdkarte und entsprechender Jagderlaubnis verfügen. „Das passiert in enger Abstimmung mit dem Jägerverband. Ziel ist ein gemeinsames Vorgehen von Jägerschaft und Landwirtschaft, wir wollen keine Alleingänge und keine Unsicherheit in den Revieren“, stellte VP-Jagdsprecher Michael Jäger fest.
Landwirtschaftskammer: „Ernst der Lage erkannt“
LK-Josef Hechenberger reagierte ebenfalls zufrieden: „Die Novelle wird das Tiroler Wolfsmanagement schneller und damit effizienter machen. Für die Bäuerinnen und Bauern ist das ein wichtiger Schritt, der von uns als Interessenvertretung auch gefordert wurde. Dass hier alle Beteiligten den Ernst der Lage erkannt haben und diese entscheidende Weichenstellung gemeinsam mit uns vorangetrieben haben, ist ein wichtiger Schritt für die künftige Entwicklung der Tiroler Almwirtschaft.“
Zu wenige Abschüsse gelungen
Der zuständige LHStv. Josef Geisler (VP) appellierte, beim Thema Wolf „weg von einem emotionalen und ideologischen Zugang“ hin zu mehr Pragmatismus zu gelangen. Bei mittlerweile 28 Abschussverordnungen seien im vergangenen Jahr nur sechs Wölfe abgeschossen worden. „Das zeigt, dass wir zu langsam sind“, argumentierte Geisler die nunmehrige Vorgehensweise. Trotz der Änderungen werden auch weiterhin Herdenschutzmaßnahmen gefördert und Entschädigungszahlungen für gerissene Nutztiere geleistet, versprach er.
Grüne für einheitliche bundesweite Regelung
Der grüne Klubobmann Gebi Mair bemängelte, dass es kein Begutachtungsverfahren zur nunmehrigen Novelle gegeben habe – „dafür muss es Gründe geben“, meinte er nur. Zudem sprach er sich für eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise beim Thema Wolf aus. „Es ist zu diskutieren, ob sich Wolf, Schaf und Goldschakal in allen neun Bundesländern so viel anders verhalten“, hielt der Grün-Politiker fest.
Liste Fritz: „Vernünftige Lösung blockiert“
Die Oppositionsparteien FPÖ, NEOS und Liste Fritz verwiesen indes auf einen im Juli eingebrachten Antrag zum Tiroler Almschutzgesetz für präventive Wolfsabschüsse. Dieser war damals von der Regierung abgelehnt worden und stattdessen wurde auf die Ausarbeitung des nun beschlossenen Antrags verwiesen. „Diese vernünftige Lösung habt ihr blockiert“, warf Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint der Regierung vor. Doch er wolle hier „kein Kleingeld wechseln“, kündigte er die Zustimmung seiner Partei an.
„Ohne die Initiative der Opposition würde es das Gesetz so nicht geben. Das ist amtlich“, war auch FPÖ-Landtagsabgeordneter Andreas Gang überzeugt. „Der Wolf schleicht frei herum, deshalb begrüßen wir den Antrag“, sagte er.
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