Scharfe Kritik

Nichts geht mehr! Aus für Sanierungsbonus regt auf

Tirol
03.02.2026 16:00

Nach nur zwei Monaten ist schon wieder Schluss! Die Rede ist vom Sanierungsbonus, den offenbar (zu) viele Hausbesitzer beantragt haben. Seit Ende November war ein Antrag möglich. Damit ist es jetzt vorbei. Die Arbeiterkammer Tirol übt scharfe Kritik am Vorgehen des Bundes.

Der Sanierungsbonus wurde im Rahmen der sogenannten „Sanierungsoffensive 2026“ des Bundes als Förderinstrument für eine thermische Sanierung von Gebäuden eingeführt. Registrierungen und Förderanträge waren seit 24. November 2025 möglich. Doch jetzt ist auch schon wieder Schluss damit.

„Außergewöhnlich kurze Laufzeit“
Das ärgert nicht nur Hausbesitzer, sondern ruft auch die Arbeiterkammer auf den Plan. Aus einer Mitteilung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) geht hervor, dass Anträge nunmehr ausschließlich im Bereich Kesseltausch möglich sind.

„Diese außergewöhnlich kurze Laufzeit des Sanierungsbonus steht in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur politischen Zielsetzung, private Investitionen in die energetische Gebäudesanierung planbar und verlässlich zu unterstützen“, kritisiert Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl.

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Wenn selbst unter diesen restriktiveren Rahmenbedingungen der Sanierungsbonus binnen Wochen ausgeschöpft ist, zeigt dies einen massiv unterschätzten Bedarf.

Erwin Zangerl, AK Tirol

Nach den offiziellen Angaben des Bundesministeriums entfielen seit dem Start der Neuauflage rund zwei Drittel des beantragten Fördervolumens auf den Sanierungsbonus, lediglich ein Drittel auf den Kesseltausch. Begründet wird die abrupte Schwerpunktverlagerung laut AK damit, dass der Kesseltausch im Vergleich eine höhere CO2-Einsparung pro eingesetztem Fördereuro erziele. Vor diesem Hintergrund wurde die Förderung für thermisch-energetische Sanierungen eingestellt, um die verbleibenden Mittel auf den Kesseltausch zu konzentrieren.

AK kritisiert fehlende Planbarkeit
Aus Sicht der AK Tirol ist dabei besonders kritisch, dass die Sanierungsoffensive erst Ende des Jahres 2025 neu aufgestellt wurde und die Förderquoten nicht mehr an jene von „Raus aus Öl und Gas“ von bis zu 75 Prozent anknüpfen konnten, sondern auf 30 Prozent reduziert wurden. „Wenn selbst unter diesen restriktiveren Rahmenbedingungen der Sanierungsbonus binnen weniger Wochen ausgeschöpft ist, zeigt dies jedoch nicht mangelnde Effizienz, sondern einen massiv unterschätzten Bedarf“, zeigt Zangerl auf.

Problematisch sei darüber hinaus die fehlende Planbarkeit für private Haushalte. „Wenn Förderprogramme faktisch über Nacht geschlossen werden, obwohl politisch mit ihnen aktiv geworben wurde, untergräbt dies das Vertrauen jener Menschen, die im Jahr 2026 im berechtigten Vertrauen auf Unterstützung geplant und investiert haben. Es ändert auch für nun betroffene Sanierungswillige nichts, dass von 2026 bis 2030 jährlich 360 Millionen Euro für Kesseltausch und Sanierungen vorgesehen wurden“, übt Zangerls scharfe Kritik an der Ausgestaltung des Sanierungsbonus. 

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