Hochleistungsgeschwindigkeiten von Zügen in Europa sind üblich. Hierzulande ist davon meist noch keine Spur: 160 km/h wären für die Verbindung Wien-Bratislava vorgesehen. In der Realität ist in der Slowakei dann die Bremse stellenweise stark angezogen. Es ergeben sich viele Verspätungen und Ausfälle auf der Verbindung.
Extreme Bahngeschwindigkeiten sind im europäischen Zugverkehr mittlerweile durchaus üblich. Viele davon werden aber durch regionale Ausbauversäumnisse stark abgebremst. Etwa die Verbindung zwischen Wien und Bratislava: Eine parlamentarische Anfrage der Grünen an Verkehrsminister Peter Hanke behandelt das Thema mit Fokus auf die „Marchegger Ostbahn“. Delikat: Dort gäbe es riesige Versäumnisse, die auf dem Rücken der Pendler ausgetragen werden, obwohl der Minister sogar eigens eingesetzten Sonderbeauftragten für internationalen Verkehr beschäftige.
Zwischen Vorzeigeprojektierung und Realität
Als Paradeverbindung – die einst schon 2012 zur Hochleistungsstrecke erklärt worden ist – soll die Verbindung zwischen Wien-Stadlau und Bratislava gelten. Trotz Ausbau auf 160 km/h im zweigleisigen Marchfelder Teil gilt in der Slowakei maximal Tempo 120 – aber das Bahnmaterial „ist überaltet und nicht brauchbar“, so die Kritik der Grünen.
Regelmäßige Bahnfahrer dieser Strecke schätzen die Pünktlichkeitsquote auf 50 bis 60 Prozent. Dabei seien 20 bis 30 Minuten Verspätung keine Seltenheit.

Nationalratsabgeordnete Elisabeth Götze, Grüne
Bild: Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS
Götze kritisiert Verspätungen und Ausfälle
Alles, was von den Plänen und trotz erfolgtem Ausbau geblieben ist, ist der Frust der Bahnfahrer, wie Nationalratsabgeordnete Elisabeth Götze (Grüne) nun auch in einer schriftlichen Anfrage an Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) zum Ausdruck brachte: „Nach über zehn Jahren Bauzeit an der Marchegger Ostbahn ist nichts besser als davor. Seit Oktober 2025 ist der durchgehende Betrieb auf der Gesamtstrecke zwar wieder aufgenommen worden, aber viele Pendler und Gelegenheitsfahrgäste haben nichts davon – wie viele Beschwerden zeigen“, kritisiert die Verkehrssprecherin der Grünen. Verspätungen und Ausfälle stünden an der Tagesordnung, obwohl sich der Minister einen „grenzüberschreitenden Sonderbeauftragten“ gönne – und zwar Ex-Verkehrsminister Gerald Klug.
Klare Antworten erwartet
Götze ist auch als geschäftsführende Gemeinderätin in Eichgraben im Bezirk St. Pölten tätig. „Daher werde ich häufig von Pendlern auf diese maßgeblichen Probleme angesprochen“, betont sie gegenüber der „Krone“. Nun erwartet sie in zwei Wochen klare Antworten vom Minister auf ihre Anfrage zu dem großen Problem.
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