Prekäre Lage

Kostenexplosion bei Vorarlberger Rettungsfonds

Vorarlberg
30.01.2026 15:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Kosten im Rettungswesen lassen sich nur schwer dämmen. Das liegt zum einen an der Demografie (immer mehr ältere Menschen nehmen Leistungen wie Krankenfahrten in Anspruch), zum anderen sinkt die Zahl der ehrenamtlichen Helfer, weshalb immer mehr vollzeitbeschäftigte Rettungskräfte eingestellt werden müssen. 

Rund 17,7 Millionen Euro mussten Land und Gemeinden im Jahr 2024 zur Finanzierung des Vorarlberger Rettungsfonds aufbringen, durch den vor allem Bergungen, Erste-Hilfe-Leistungen und Krankentransporte finanziert werden. Damit haben sich die Kosten innerhalb von sieben Jahren fast verdreifacht.

„Finanzpolitischer Super-GAU“
Nach der Präsentation dieser Zahlen im Sozialpolitischen Ausschuss des Vorarlberger Landtags sprachen die Neos von einem „finanzpolitischen Super-GAU“ und forderten, die vom Landesrechnungshof im Jahr 2023 erstellten 29 Empfehlungen konsequent umzusetzen. Bisher sei die Kostenexplosion durch öffentliche Gelder kompensiert worden. „Der Rettungsfonds ist damit nichts anderes als ein reiner Umverteilungsmechanismus von Steuergeld ohne wirksame Steuerung und ohne nennenswerte Eigenfinanzierung“, kritisiert die pinke Abgeordnete Katharina Fuchs.

ÖVP-Sicherheitssprecher weist Kritik zurück
Als „völlig überzogen“ wertet dieses Urteil ÖVP-Sicherheitssprecher Guido Flatz. Die finanziellen Entwicklungen im Rettungsfonds würden vielmehr den gesellschaftlichen Wandel in Vorarlberg widerspiegeln: „Wir haben immer mehr ältere Menschen, die auf Transportdienste wie jene des Roten Kreuzes angewiesen sind. Gleichzeitig gibt es weniger junge Menschen, die Zivildienst bei Rettungsorganisationen leisten“, erklärt der Abgeordnete. Dadurch werde es zunehmend schwieriger, ausreichend ehrenamtliche Sanitäter zu gewinnen. In der Folge müssten mehr Vollzeitbeschäftigte herangezogen werden – ein Grund, weshalb die Personalkosten völlig aus dem Ruder gelaufen seien.

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