In den vergangenen Jahren sind in Österreich deutlich mehr Menschen an Krebs erkrankt als früher. Das hat unter anderem mit der demografischen Alterung zu tun. 2024 wurden vor allem Brustkrebs, Prostata-, Darm- oder Lungenkrebs diagnostiziert, wie Statistik Austria am Donnerstag mitteilte.
Zu Jahresbeginn 2025 lebten etwa 409.000 Menschen in Österreich mit einer Krebsdiagnose. Das ist mehr als Österreichs zweitgrößte Stadt Graz Einwohnerinnen und Einwohner hat. „Die Alterung der Bevölkerung und die verbesserten Überlebenschancen bei einer Krebsdiagnose haben die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen in Österreich zu Jahresbeginn 2025 auf rund 409.000 steigen lassen“, sagte Manuela Lenk, Generaldirektorin von Statistik Austria.
Diese Zahl umfasst nicht nur akut Kranke, sondern auch Menschen, deren Diagnose schon viele Jahre zurückliegt und die bereits als geheilt gelten oder aber mit Krebs als chronischer Erkrankung leben. Bei 147.000 Personen (von den 409.000) wurde die Diagnose in den Jahren 2020 bis 2024 gestellt. Diese Zahl wird erfasst, um die Belastung des Gesundheitssystems durch Krebs abzuschätzen.
Die Alterung der Bevölkerung und die verbesserten Überlebenschancen haben die Zahl der mit Krebs lebenden Menschen in Österreich steigen lassen.
Manuela Lenk, Generaldirektorin Statistik Austria
Unterschiede nach Geschlecht und Alter
Die häufigsten Diagnosen waren 2024 bösartige Tumore der Brust bei Frauen und bösartige Tumore der Prostata bei Männern, gefolgt von Tumoren der Lunge, des Dick- oder Enddarms. Vergleichsweise seltener sind bei Frauen zum Beispiel Schilddrüsen- oder Eierstockkrebs, bei Männern Kopf- oder Nierenkrebs, wobei die Statistik viele Tumorarten zusammenfasst. Die meisten Menschen sind bei der Diagnose über 60 Jahre alt, bei Kindern und Jugendlichen sind Krebserkrankungen deutlich seltener. Laut Statistik Austria erkranken jedes Jahr ungefähr 200 Kinder bis 14 Jahre und etwa 100 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren neu an Krebs. Bei ihnen sind zum Beispiel Blutkrebs und Tumore des Zentralnervensystems häufiger als bei Erwachsenen.
Ein weiterer Unterschied: Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist bei jungen Menschen tendenziell höher als bei älteren. 2024 war Lungenkrebs besonders tödlich, jeder fünfte krebsbedingte Todesfall ließ sich darauf zurückführen. Dickdarmkrebs war für ungefähr zehn Prozent der Todesfälle verantwortlich.
Frühere Diagnosestellungen
„Obwohl die absolute Zahl der Krebsneuerkrankungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten stieg, hat sich die Krebssterblichkeit verringert“, heißt es in dem Bericht der Statistikbehörde. Dazu hätten frühere Diagnosestellungen und neue Therapiemethoden beigetragen. Zwischen 2021 und 2023 wurde ungefähr ein Drittel der Tumore diagnostiziert, als sie noch auf das jeweilige Organ beschränkt waren. Etwas mehr als ein Fünftel wurde entdeckt, als der Tumor bereits die Organgrenzen durchbrochen hatte, und bei weiteren 11,9 Prozent wurden schon Fern-Metastasen entdeckt. Ein Teil der Tumore konnte gar keinem Stadium zugeordnet werden, etwa weil die Angaben auf der Krebsmeldung mangelhaft waren. Statistik Austria führt ein Register, das auf den Meldungen aus den Krankenanstalten beruht.
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