„Fehlkalkulationen“

Irans Armeesprecher reagiert auf Trumps Drohungen

Außenpolitik
29.01.2026 22:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat der Führung im Iran am Mittwoch erneut mit militärischer Gewalt gedroht. Dabei bezog er sich nicht auf die gewaltsame Niederschlagung der landesweiten Proteste, sondern auf das Fehlen eines Atomabkommens. Nun hat der iranische Armeesprecher reagiert und über mögliche US-Ziele einer Militärintervention gesprochen.

Wenn die Vereinigten Staaten derartige „Fehlkalkulationen“ träfen, werde sich die Situation „ganz sicher nicht so entwickeln, wie Trump sich das vorstellt – ein schneller Einsatz und dann, zwei Stunden später, twittern, dass die Operation vorbei ist“, sagte Irans Armeesprecher Mohammed Akraminia am Donnerstag. So hätten etwa US-Flugzeugträger „ernstliche Schwachstellen“ und zahlreiche US-Militärbasen seien „innerhalb der Reichweite unserer Mittelstrecken“. Mögliche Ziele einer iranischen Militärintervention könnten demnach die Basen in der Golfregion oder ein Flugzeugträger sein.

„Die Zeit wird knapp. Der nächste Angriff wird schlimmer“, hatte zuvor US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Er bezog sich dabei auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Kriegs zwischen Israel und dem Iran im Juni 2025. Washington hatte auch nach der Niederschlagung der Proteste im Iran einen neuen Militäreinsatz gegen das Land nicht ausgeschlossen. Bei dem brutalen Vorgehen der staatlichen Einsatzkräfte gegen Demonstrierende wurden Tausende Menschen getötet. Zehntausende weitere Menschen wurden festgenommen.

Revolutionsgarden jetzt Terrororganisation
Auslöser der Proteste war die desolate Wirtschaftslage, sie richteten sich jedoch zunehmend gegen die autoritäre Herrschaft der Islamischen Republik. Am Donnerstagnachmittag haben die EU-Außenministerinnen und EU-Außenminister die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. Diese wurden nach der Islamischen Revolution 1979 gegründet, kontrollieren große Teile der Wirtschaft und Streitkräfte und sind zudem für das Raketen- und Nuklearprogramm des Landes zuständig.

Dass die EU sich besorgt über die Menschenrechte im Iran zeige, sei eine offensichtliche Lüge, kommentierte die Führung in Teheran. Man behalte sich „entsprechende Gegenmaßnahmen“ vor. Die Regierung versucht derzeit erneut, mit Massenverhaftungen ein Wiederaufflammen der landesweiten Proteste zu verhindern. Niemand wisse, wohin die Menschen gebracht würden, sagte ein Aktivist.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt