Kläger und Angeklagter

Straches Gerichtsmarathon samt Exekutionsantrag

Gericht
21.01.2026 20:00

Der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist Dauergast im Gericht. Und das in den unterschiedlichsten Rollen! Zuletzt erwirkte er im Bezirksgericht Innere Stadt eine bemerkenswerte Pfändung.

Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache wird auch 2026 Stammgast im Gericht sein. Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem 56-Jährigen – wie berichtet – Untreue vor. Demnach soll der frühere Parteichef versucht haben, sich die Leistung einer Lebensversicherung in Höhe von mehr als 300.000 Euro anzueignen, welche die FPÖ Wien für ihn abgeschlossen hatte. Strache betont seine Unschuld.

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Nachdem die Entschädigung nicht fristgerecht entrichtet wurde, musste mein Mandant exekutieren.

Maximilian Donner-Reichstädter

Und bringt parallel zu seinem eigenen Strafverfahren zahlreiche Medien- und Privatanklagen ein. Diese Woche wäre der Wiener-Festwochen-Intendant Milo Rau an der Reihe gewesen, dem Strache üble Nachrede vorwirft. Rau ließ sich von seinem Anwalt entschuldigen, nächster Verhandlungsversuch ist am 13. März.

Verurteiltes Medium zieht zum Höchstgericht 
Mit Schadensersatz-Zusprüchen hat sich Strache in den letzten Monaten sein Budget bereits stark aufgebessert. Auch wenn er stets betont: „Es geht mir ja nicht ums Geld.“ So klagte er etwa Medien und jene Personen, die inkriminierte Beiträge im Netz teilten. Zu einer Rekordsumme von 140.000 Euro Schadensersatz ist im November 2025 das Oe24-Netzwerk rechtskräftig verurteilt worden – vom Politiker medienrechtlich geklagt wegen der Berichterstattung rund um dessen Scheidung.

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Wir nehmen die Entscheidung zur Kenntnis, teilen das Ergebnis nicht und werden einen Erneuerungsantrag beim OGH einbringen.

Beklagten-Anwalt Peter Zöchbauer

„Wir nehmen die Entscheidung zur Kenntnis, teilen das Ergebnis nicht und werden einen Erneuerungsantrag beim OGH einbringen“, sagt Beklagten-Anwalt Peter Zöchbauer. „Nachdem die Entschädigung nicht fristgerecht entrichtet wurde, musste mein Mandant exekutieren“, berichtet Straches Anwalt Maximilian Donner-Reichstädter. Die Exekutionsanträge wurden Mitte Dezember 2025 vom Bezirksgericht Innere Stadt bewilligt. Noch vor Weihnachten sei dann das Geld geflossen.

Weitere Privatanklagen
Zudem läuft noch das zivilrechtliche Verfahren gegen die Mediengruppe. Gegen Wolfgang und Niki Fellner brachte HC Strache darüber hinaus Privatanklagen ein. Auch diese Verhandlung dürfte schon im Februar im Wiener Landesgericht starten.

Fazit: Das Gericht betritt der einstige Vizekanzler wohl mittlerweile fast so oft wie einst das Parlament schräg gegenüber.

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