Mit neuer Strategie

Geht’s mit der Industrie bergauf, Herr Felbermayr?

Oberösterreich
18.01.2026 14:00

Mit einer neuen Industriestrategie hofft die Bundesregierung, für Aufschwung sorgen zu können. Der Chef des Wirtschaftsförderungsinstituts WIFO, Gabriel Felbermayr, erklärt, wie Oberösterreich – das sehr stark von der Industrie geprägt ist – von der Strategie profitieren könnte.

Eine schwierige Geburt, aber am Ende durchaus positiv – so fasst Gabriel Felbermayr, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO, die neue Industriestrategie zusammen. Wie berichtet, will die Regierung mit 114 Maßnahmen die heimische Wettbewerbsfähigkeit wieder steigern – etwa durch neun Schlüsselsparten, die mit 2,6 Milliarden Euro gefördert werden, oder einen vergünstigten Strompreis für die Industrie.

OÖ sorgt für ein Viertel der industriellen Produktion
Oberösterreich schielt mit Argusaugen auf den Maßnahmenkatalog, denn mit einer industriellen Produktion im Wert von rund 50 Milliarden Euro sorgte unser Bundesland zuletzt für ein Viertel der gesamten Industriewertschöpfung in Österreich. Dementsprechend schwer trifft die Krise Oberösterreich – und dementsprechend wichtig wäre der Aufschwung.

„Psychologisch wichtig“
Kann er mit der neuen Strategie gelingen? „Man ist sich bewusst: Es muss etwas passieren auf der Kostenseite. Das jetzt klar aufzuschreiben, ist psychologisch wichtig. Das tut der Industrie in Oberösterreich gut“, so Felbermayr zur „Krone“.

Oberösterreich kann laut dem Ökonomen vor allem in vier der neun Schlüsselsparten von den Förderungen profitieren: „Im Bereich Produktionstechnologie und Robotik, weil Oberösterreich gute Maschinenbauer hat; im Bereich der fortgeschrittenen Werkstoffe wegen der starken Kunststoffindustrie. Bei den Mobilitätstechnologien muss es gelingen, die Zulieferbetriebe Richtung Elektromobilität mitzuziehen, und auch die Weltraum- und Luftfahrt ist mit FACC im Innviertel wichtig.

Vergünstigter Strompreis kommt (zu) spät
Viele Probleme liegen jedoch außerhalb des Landes – so leidet Oberösterreich wegen der starken Exportquote etwa am schwächelnden Deutschland und den US-Zöllen. Kann die heimische Industriestrategie dagegen überhaupt etwas ausrichten? „Ja“, antwortet Felbermayr. Denn damit die Transformation der Industrie gelingen kann, brauche es staatliche Hilfe. Zudem meint der Ökonom: „Studien zeigen, dass man die Zölle des Herrn Trump locker durch eine Vertiefung des Heimatmarktes ausgleichen kann.“

Kritisch sieht Felbermayr, dass der vergünstigte Industriestrompreis erst ab 2027 kommt. Wegen der Budgetlage könne man aber nicht mehr erwarten – „entscheidend ist, dass er kommt“. 

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