Feuerwehr-Bilanz:

„Manchmal ist unser Einsatz zu selbstverständlich“

Oberösterreich
11.03.2026 14:00
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

„Die Einsätze werden zwar weniger, aber dafür komplexer und benötigen mehr Zeit“ – bei der Präsentation der Vorjahresbilanz der oö. Feuerwehren zeigt FF-Landesfeuerwehrpräsident Robert Mayer ein besonderes Phänomen auf. Und er rief alle zu mehr Eigenverantwortung auf, weil manchmal die Einsatzbereitschaft der Florianis als „zu selbstverständlich genommen wird“.

„Wenn sich ein Baum über der Straße als Ast entpuppt oder die Kellerüberflutung gerade einmal drei Zentimeter Wasser sind, darf man schon hinterfragen, ob es nötig war, die Feuerwehr zu rufen“, sagt der oberste Florianijünger von OÖ bei der Bilanz-Präsentation. Den Ast könnte man auch selbst zur Seite räumen, auch wenn man dafür „bei schlechtem Wetter vielleicht aussteigen muss“.

Weniger Unwettereinsätze
Alles in allem war das Vorjahr „wieder einmal ein normales Einsatzjahr“, sagt Mayer. Während die Zahl der Brandeinsätze mit 15.297 Alarmen etwa gleich blieb, sank jene der technischen Ausrückungen um 15.000 auf etwa 31.314 Einsätze. Das sei etwa auch zur Hälfte darauf zurückzuführen, weil es im Vergleich zum Jahr 2024 und 6700 weniger Unwettereinsätze gab.

Acht Prozent der geleisteten Stunden für Einsätze
„Aber nur acht Prozent der 7,3 Millionen aufgewendeten Stunden betrifft Einsätze“, weiß Feuerwehr-Landesrätin Michaela Langer-Weninger (VP). Der Rest geht für Ausbildung, Jugendarbeit, Übungen, Instandhaltung, Sammlungen und Bewerbswesen „drauf“. Und da die Einsätze – Elektroauto-Brände, Akkus, etc. immer komplexer werden, sinkt die Anzahl der geleisteten Einsatzstunden kaum.

Mehr Reservisten, weniger Aktive
Die Sorgenfalten sind zwar noch nicht tief, aber der demografische Wandel beschäftigt auch die Feuerwehren. So steigt die Zahl der Kameraden im Reserverstand – also über 65 Jahre – seit zehn Jahren kontinuierlich, während die Zahl der Aktiven nach einem Höchststand von 66.296 im Jahr 2021 nun rückläufig ist und aktuell bei 62.093 steht. Da sich aber die Jungfeuerwehr aktuell mit 13.725 auf einem Rekordniveau befindet, gibt´s hier Hoffnung. „Wir arbeiten jetzt daran, dass ein großer Teil der Jungen dann auch in den Aktivstand übertritt und dem System erhalten bleibt“, sagt Mayer.

Ombundsstelle eingerichtet
Da es bei mehr als 95.000 Kameraden auch immer wieder Unstimmigkeiten gibt, wurde im Vorjahr eine Ombudsstelle eingerichtet, bei der sich Feuerwehrleute auch anonym melden können. Bisher gab es etwa 30 Anrufe, es seien aber „keine gravierenden oder nicht lösbaren“ Probleme gewesen.

Fördergelder sinken wieder
Weil die Gemeinden als Feuerwehrerhalter sparen müssen, ist auch Geld ein Thema. Im Vorjahr gab der Landesfeuerwehrverband rekordverdächtige 10,2 Millionen Euro an Förderungen aus, davon flossen 9,3 Millionen Euro in die Ausstattung der mehr als 900 Wehren im Lande. Heuer ist dieses Förderbudget mit 6,1 Millionen Euro dotiert, kommendes Jahr werden es 7,2 Millionen Euro sein. Dadurch, dass Oberösterreich jetzt einheitliche Feuerwehrautos hat, ist die Budgetierung leichter geworden. „Die Zuschüsse vom Land sind projektbezogen“, weiß Langer-Weninger nicht, wieviel Geld im Vorjahr vom Land OÖ an die Wehren floss.

Dank an Helfer
„Der Beitrag der Freiwilligen Feuerwehren ist ein unverzichtbarer Pfeiler für Sicherheit, Zusammenhalt und Lebensqualität in Oberösterreich“, bedankte sich auch Landeshauptmann Thomas Stelzer bei den Florianis und auch deren Familien und Arbeitgeber, die im Einsatzfall oft zurückstecken müssen, wenn die Feuerwehrfrauen und -männer ausrücken müssen.

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