„Energiesicherheit“

Slowakei baut mit US-Hilfe einen neuen Atomreaktor

Außenpolitik
17.01.2026 10:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA und die Slowakei haben ein Abkommen zum Ausbau der Atomkraft unterzeichnet. Kernstück des am Freitag in Washington vereinbarten Deals ist der Bau eines neuen Reaktorblocks am bestehenden Kraftwerksstandort Jaslovske Bohunice, welches sich rund 70 Kilometer von Österreichs Grenze entfernt befindet.

Der Schritt soll dem EU-Land helfen, seine Abhängigkeit von russischer Technologie zu verringern, wie beide Seiten am Freitag in Washington erklärten. US-Energieminister Chris Wright sprach bei der Unterzeichnung von einer Stärkung der europäischen Energiesicherheit für die kommenden Jahrzehnte. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, der am Samstag US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago trifft, wertete das Abkommen als klares Signal, dass beide Länder eine gemeinsame strategische Vision für die Zukunft der Energie teilen. Dabei gehe es um Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Ausgereiftheit.

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hätte den Bau am liebsten Russland anvertraut. ...
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hätte den Bau am liebsten Russland anvertraut. Laut dem Regierungschef erlaubt dies das „europäische Umfeld“ nicht.(Bild: APA/AP)

Atomkapazitäten des Landes sollen verdoppeln werden
Der neue Block, dessen Bau mit etwa 13 bis 15 Milliarden Euro beziffert wird, werde sich vollständig in Staatsbesitz befinden, gab Fico im Vorfeld bekannt. Angepeilt wird eine Leistung von 1200 Megawatt, das ist mehr als das Doppelte der heutigen Atomkapazitäten des Landes.

Negative Erfahrungen mit der Atomkraft
Die Slowakei hat bereits negative Erfahrungen mit dem Bau von Atomkraftwerken gemacht. Besonders der Bau des 3. und 4. Blocks des AKW Mochovce – etwa 120 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt – war umstritten. Der Ausbau des Kraftwerks wurde durch technische Probleme, gestiegene Kosten, regulatorische Hürden und Verzögerungen erschwert.

Widerstand aus Österreich
Die Fertigstellung von Mochovce wurde in der Vergangenheit auch von Österreich kritisiert und als Sicherheitsrisiko beurteilt, insbesondere von den Grünen und der Umweltorganisation Global 2000. Die frühere türkis-grüne Bundesregierung hatte sich 2020 dem Kampf gegen den „Neu- und Ausbau von Kernkraftwerken in Europa“ verschrieben. Die Inbetriebnahme der slowakischen Reaktoren Mochovce 3 und 4 sollte laut Regierungsprogramm verhindert werden.

Nichtsdestotrotz hat die Slowakei den fertiggestellten dritten Block des AKW Mochovce 2023 ans Netz angeschlossen. Den letzten und vierten Reaktorblock plant der Betreiber, im Frühjahr 2026 in Betrieb zu nehmen.

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