Von wegen Hygiene!
Einwohner von Pompeji badeten in Dreckwasser
Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus zerstörte Pompeji – und konservierte zugleich das Wassersystem der antiken Stadt. Neue Analysen von Kalkablagerungen in Leitungen, Kanälen und Becken erlauben detaillierte Einblicke in Wasserversorgung und Hygiene. Um Letztere stand es nicht zum Besten.
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Gül Sürmelihindi (University of Oxford und Universität Mainz) nahm die vielfältigen Ablagerungen, die sich über Jahrhunderte gebildet hatten, genauer unter die Lupe.
Die Analysen zeigen einen klaren Wandel in der Wasserversorgung. Anfangs wurde stark mineralhaltiges Grundwasser aus bis zu 40 Meter tiefen Brunnen gefördert, vermutlich von Sklaven. Nach der Eingliederung ins Römische Reich und dem Bau eines Aquädukts um die Zeitenwende kam sauberes Wasser aus entfernten Karstquellen in die Stadt. Viele alte Brunnen wurden daraufhin aufgegeben, wie die Forschenden im Fachjournal „PNAS“ berichten.
Besonders aufschlussreich sind die Befunde aus den frühen, beheizten Bädern. Dort fanden sich deutliche Spuren menschlicher Nutzung und organischer Abfälle.
Das Wasser wurde offenbar nur selten gewechselt – laut Sürmelihindi vermutlich einmal täglich. Das deutet auf aus heutiger Sicht problematische hygienische Zustände hin.
Mit der neuen Wasserversorgung änderte sich auch das Badewesen. Es entstanden mehr Badeanlagen, die eher dem römischen Ideal entsprachen und wohl sauberer waren.
Zudem könnten die Ablagerungen Hinweise auf frühere Aktivitätsmuster des Vesuvs liefern: Die Forschenden entdeckten ein „eigentümliches, zyklisches Muster im Kohlenstoffisotopenverhältnis der Kalkablagerungen in den Brunnen“, das weitere Rückschlüsse auf die Zeit vor dem Ausbruch erlauben könnte.










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