Bergrettungs-Einsatzleiter Fred Wallenta schildert die Tragödie vom Sonntag am Gilfert (Bezirk Schwaz) in Tirol. Die Befreiung einer verschütteten Einheimischen (58) aus den Schneemassen dauerte 1:45 Stunden – und das hatte seine Gründe ...
Einer der zahlreichen Lawinenabgänge in Tirol endete am Wochenende mit dem Tod einer Einheimischen. Die 58-Jährige war am Sonntag von der Nordwestseite des Gilfert (2506 Meter) abgefahren. Am Sonntag waren etliche Tourengeher in dem Gebiet unterwegs, es herrschte Lawinenwarnstufe 2 – mäßige Gefahr. „Aber es gab Stellen mit Triebschnee-Ansammlungen“, betont Alpinpolizist Gerhard Daum.
Lawine mündete in einer Mulde und türmte sich auf
Das Unglück passierte gegen 14.45 Uhr nordöstlich des Wetterkreuzes auf 2304 Metern: Ein rund 100 Meter breites und 40 Meter langes Schneebrett erfasste die Tourengeherin und verschüttete sie. Die Begleiterin (32) schlug Alarm. „In einer Mulde kamen große Schneemassen zusammen“, schildert Fred Wallenta, Bergrettung Schwaz.
Ortung der Verschütteten war schwierig
Fatal: Die 58-Jährige hatte bei der Tour kein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) bei sich. „Erst nach einer Stunde und 45 Minuten konnten wir die Frau finden – in 1,70 Meter Tiefe“, ergänzt Wallenta. Sie wurde reanimiert und in die Klinik Innsbruck geflogen, verstarb aber dort.
Im Einsatz stand ein Großaufgebot an Helfern: die Hubschrauber Martin 7, Heli 4 sowie der Polizeihubschrauber Libelle. Zudem die Bergrettungen Schwaz, Mayrhofen und Jenbach, drei Lawinenhundeführer, zwei Alpinpolizisten und eine Polizeistreife.
In einer Mulde kamen große Schneemassen zusammen. Die Frau lag dann in 1,70 Meter Tiefe.

Fred Wallenta, Einsatzleiter Bergrettung Schwaz
Bild: ZOOM Tirol
Erfahrener Bergretter: Die Lawinenausrüstung gehört immer dazu
Wallenta ist überzeugt: „Wenn die Frau ein LVS-Gerät getragen hätte, wäre ihr Leben wohl gerettet worden.“ Der Bergretter appelliert einmal mehr, stets LVS-Gerät, Sonde und Schaufel mitzuführen.
Insgesamt bleibt die Lage vor allem im Tiroler Oberland gefährlich. Für Silvretta, Verwall, Lechtaler Alpen und Allgäuer Alpen gab der Lawinenwarndienst erneut die zweithöchste Gefahrenstufe 4 (also große Lawinengefahr) aus.
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