Wirbel in Hohenems

Polizei und Finanzbehörden „crashten“ Hanfmesse

Vorarlberg
11.01.2026 13:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Seit Freitag geht in Hohenems die erste „LändleCan“, eine Fachmesse zum Thema Hanf, über die Bühne. Die Veranstaltung ist offenbar von massiven Kontrollen seitens der Finanz und der Polizei begleitet worden. Bernhard Amann, seines Zeichens Obmann der Suchtberatungsstelle „Ex und Hopp“ und Sozialstadtrat in Hohenems, spricht von „polizeistaatlichen Methoden“.

Bei der Fachmesse im Tennis-Event-Center werden Textilien, Kosmetika, Lebensmittel und etliche andere legale Produkte aus dem Rohstoff Hanf präsentiert und verkauft. Zudem gibt es etliche Fachvorträge, etwa über den Einsatz von Cannabis in der Medizin, die Drogenpolitik oder die rechtlichen Bestimmungen. So weit, so unspektakulär. Bei der Vorarlberger Polizei ist man allerdings beim Begriff „Hanf“ offenbar hellhörig geworden – und war die vergangenen Tage in Hohenems ungewöhnlich präsent.

„Viele Geschäftsleute schockiert“
Bereits am Freitagmorgen sind auf dem Stadtgebiet intensive Kontrollen angelaufen, laut Veranstalter waren auch Mitarbeiter der Finanz sowie deutsche Exekutivbeamte daran beteiligt. „Es wurde auf Biegen und Brechen kontrolliert, gefilzt und perlustriert“, ärgert sich Amann, der sich an „polizeistaatliche Methoden“ erinnert fühlt.

Am Samstag hätten sich die Kontrollen dann nahtlos fortgesetzt: Die einzelnen Verkaufsstände seien von den Finanzbehördenvertretern regelrecht „überfallen“ worden, sagt Amann: „Ich erhielt laufend Beschwerden über deren Vorgehensweisen.“ Viele Geschäftsleute wären schockiert gewesen und hätten bereits angekündigt, Österreich künftig meiden zu wollen.

Bernhard Amann kritisiert Polizei und Behörden scharf.
Bernhard Amann kritisiert Polizei und Behörden scharf.(Bild: Mathis Fotografie)
Zitat Icon

Es wurde auf Biegen und Brechen kontrolliert, gefilzt und perlustriert. Persönlich schäme ich mich auch als zuständiger Hohenems Sozialstadtrat!

Bernhard Amann

Hoher finanzieller Schaden
Als besonderen Tabubruch wertet Amann, dass auch Besucherinnen und Besucher, die mit Shuttle-Bussen zur Messe anreisten, kontrolliert wurden. „Sie sind gefilzt worden und mussten sich bis auf die Unterhose ausziehen!“ Etliche Menschen hätten sich derart brüskiert gefühlt, dass sie die Messe erst gar nicht mehr besucht haben, im Vorverkauf bezahlte Karten seien bis auf wenige Ausnahmen storniert worden. Der Veranstalter spricht von einem entstandenen Schaden von zumindest 34.000 Euro. Amann selbst hätte vor allem zwei Fragen gerne geklärt: Was hat der Einsatz der Polizei und der Finanzbehörden gekostet? Und welche Personen haben den Einsatz angeordnet?

Polizei: Schwerpunktkontrollen nicht nur in Hohenems
Seitens der Vorarlberger Polizei wird ein etwas anderes Bild gezeichnet. Auf Nachfrage werden zwar Schwerpunktkontrollen inklusive der Hinzuziehung eines Amtsarztes mit dem Fokus auf Suchtmittel bestätigt, diese hätten sich aber nicht nur auf Hohenems beschränkt, sondern seien auch im gesamten Raum Feldkirch durchgeführt worden. Das Messegebäude selbst sei von Vorarlberger Polizisten zu keinem Zeitpunkt betreten worden, heißt es aus der Landespolizeidirektion.

Angesichts des ganzen Wirbels ist eines wichtig zu erwähnen: Sowohl die Veranstaltung selbst als auch die Kontrollen liefen ohne gröbere Zwischenfälle ab.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt