Empörung in Berlin

Bürgermeister spielte während Blackout Tennis

Außenpolitik
08.01.2026 10:33

Während sich die technischen Turbulenzen langsam legen und die elektrische Versorgung nach dem tagelangen Blackout im Südwesten Berlins weitgehend wiederhergestellt ist, herrscht helle Aufregung über das Krisenmanagement des Regierenden Bürgermeisters. Denn während über 40.000 Haushalte bei klirrender Kälte ausharren mussten, spielte Kai Wegner mit seiner Lebensgefährtin Tennis.

Durch einen mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren ganze Viertel im Südwesten Berlins von Samstag bis Mittwoch bei eisigen Temperaturen ohne Strom. Am ersten Tag, als sich noch rund 45.000 Haushalte im Dunkeln befanden und schon klar war, dass es sich um einen gröberen Ausfall handelte, fand der CDU-Politiker Zeit, mit seiner Lebensgefährtin eine Stunde lang Tennis zu spielen.

Bürgermeister wollte „Kopf freibekommen“
Dies bestätigte Wegner am Mittwoch in einem Interview von Welt TV. Seine Begründung lautete: „Weil ich einfach den Kopf freibekommen wollte.“ Er sei seit „8.07 Uhr“ am Telefon gesessen und habe wegen des Stromausfalls mit den zuständigen Behörden telefoniert. Am Telefon sei er aber immer erreichbar gewesen, so Wegner.

Besonders brisant ist allerdings, dass Wegner noch am Sonntag eine andere Version des Tagesablaufs geschildert hatte. Er sei zu Hause gewesen und habe sich in seinem Büro eingeschlossen, erklärte der CDU-Politiker gegenüber der „Bild“.

Kai Wegner musste die Darstellung zu seinem Tagesablauf korrigieren und hat damit für helle ...
Kai Wegner musste die Darstellung zu seinem Tagesablauf korrigieren und hat damit für helle Aufregung gesorgt.(Bild: AFP/TOBIAS SCHWARZ)

Opposition fordert Rücktritt
Das ist zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Opposition, aus deren Reihen bereits Rücktrittsaufforderungen zu vernehmen sind. „Der Regierende Bürgermeister war Tennis spielen, obwohl er bereits wusste, dass 45.000 Berliner Haushalte ohne Wärme und Licht in einer Notlage waren und während Menschen in Gefahr gerieten“, zeigte sich Grünen-Fraktionschef Werner Graf fassungslos.

Doch selbst in der eigenen Partei ist man irritiert. Für Donnerstag wurde eine Sondersitzung der CDU-Fraktion einberufen, in der Wegner erklären musste, warum er nicht von Anfang an die Wahrheit gesagt hatte.

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