Kolumbiens Präsident Gustavo Petro steckt derzeit in doppelter Bedrängnis: Während er sich offen mit US-Präsident Donald Trump über Handels- und Migrationsfragen anlegt, holt ihn nun ein altes Video wieder ein.
Das Material zeigt Petro mutmaßlich während einer Reise in Panama Hand in Hand mit der transsexuellen Journalistin Linda Yepes – ein Vorwurf des Ehebruchs, der in dem überwiegend katholischen Kolumbien für heftige Reaktionen gesorgt hat – und offenbar immer noch stark nachwirkt.
Präsident bestätigt nicht, dass er zu sehen ist
Seit seinem aktuellen Disput mit dem US-Präsidenten kursiert das Video laut Telemundo wieder in den sozialen Medien. Es soll Petro zeigen, wie er mit Yepes herumschlendert, während sie ein blaues, trägerloses Kleid trägt.
Petro, seit 2000 mit der Philanthropin Veronica Alcocer verheiratet, hat bislang nicht bestätigt, dass er selbst die Person im Clip ist. In einer Stellungnahme auf X (vormals Twitter) wies er lediglich homophobe Vorwürfe zurück: „Ich bin heterosexuell, aber Sie werden nie ein transphobes Wort von mir hören“, schrieb er.
Mutmaßliche Affäre erhielt Todesdrohungen
Der Skandal kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Trump hatte zuvor mit einem 25-prozentigen Zoll auf kolumbianische Produkte gedroht, nachdem Kolumbien die Rückführung von Migranten mit zwei US-Militärmaschinen verweigerte. Als Reaktion darauf verhängte Bogotá ebenfalls 25 Prozent Zölle auf US-Waren – der erste Handelskrieg unter Petro.
Petros Ehefrau Alcocer hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Yepes selbst äußerte sich vorsichtig: Sie bestätigte nur, dass sie sich in Panama aufgehalten habe, wollte Details aber nicht kommentieren. Laut Medienberichten hat sie seit der Veröffentlichung des Videos sogar Todesdrohungen erhalten.
Sexskandal als zusätzlicher Brandbeschleuniger
Die Affäre entzündet sich in einem ohnehin angespannten politischen Klima: Petro, ein ehemaliges Guerillamitglied und Unterstützer von Hugo Chávez und Fidel Castro, steht seit Amtsantritt 2022 unter Druck. Proteste gegen seine Reformagenda nehmen zu, außerdem wird gegen Familienmitglieder Petros wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt. Zugleich schockte er die Region mit Aussagen über Israel und dem Bruch der diplomatischen Beziehungen.
Inmitten all dieser Konflikte wirkt der Sexskandal wie ein zusätzlicher Brandbeschleuniger für die ohnehin hitzige Debatte über Petros Führungsstil.
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