„Bumm Bumm Boris“ ist der legendäre Spitzname des deutschen Tennisstars Boris Becker, der auf seine extrem kraftvollen Aufschläge zurückgeht, mit denen er bereits mit 17 Jahren Wimbledon 1985 gewann. Aktuell sorgt der weiße Sport bei unseren Nachbarn wieder für Schlagzeilen, allerdings wegen des Berliner Bürgermeisters Kai Wegner, der wenige Stunden nach Beginn des großen Stromausfalls in der deutschen Hauptstadt der gelben Filzkugel nachgejagt hatte. Seine politischen Gegner quittieren ihm diesen Fauxpas mit scharfem Spott und viel Häme ...
Während rund 100.000 Menschen ohne Heizung im Dunklen saßen, gönnte sich der CDU-Politiker ein Tennismatch.
„Liebe Berliner, wenn Ihnen kalt ist, spielen Sie einfach Tennis“, riet der bayrische AfD-Landeschef Stephan Protschka auf X.
„Großes Tennis“
Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang stellte fest: „Immerhin Kai Wegner hatte am Samstag Netz.“ Viele bemühten den naheliegenden Scherz vom „großen Tennis“, das einem die Berliner Landespolitik nun biete.
Eine Nutzerin mahnte aber zu weniger Aufgeregtheit: „Haltet mal den Ball flach. Ganz Berlin ist doch schon wieder am Netz“, schrieb sie auf X.
KI-Bilder machen die Runde
Auch mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Bilder machten die Runde. Eines zeigt Wegner, wie er sich in einer Halle besorgt über eine Seniorin im Krankenbett beugt – in Tennisklamotten und mit Schläger in der Hand (siehe unten).
Der Satiriker und EU-Parlamentarier Martin Sonneborn machte sich lustig über Wegners Erklärung, er habe den Kopf freibekommen wollen beim Tennis: „Aber Ihr Kopf ist doch schon äh... recht frei...“, schrieb Sonneborn auf X – offensichtlich bezogen auf Wegners Halbglatze.
„Heute mal was ganz Verrücktes gemacht. Sport.“
Herausgekramt wurde auch ein fast elf Jahre alter Twitter-Beitrag Wegners, in dem er schrieb: „Heute mal was ganz Verrücktes gemacht. Sport. Habe Tennis gespielt...und jetzt tut mir alles weh. Das soll nun gesund sein?“ Dazu schrieb ein User: „Schlecht gealtert, Wegner. Treten Sie zurück, sofort!“
Bürgermeister rückte nicht gleich mit der Wahrheit heraus
Wegner hatte am Mittwoch eingeräumt, an dem betreffenden Tag von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt zu haben. Er habe den „Kopf freikriegen“ wollen. Inzwischen ist bekannt, dass er die Partie zusammen mit einem anderen Senatsmitglied spielte – seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU). Am Sonntag hatte Wegner auf eine Journalistenfrage noch gesagt, er sei den ganzen Samstag am Telefon gewesen und habe versucht zu koordinieren. Inzwischen sieht er die Aussage selbstkritisch.
Rücktritt gefordert
Das ist zusätzliches Wasser auf die Mühlen der Opposition, aus deren Reihen bereits Rücktrittsaufforderungen zu vernehmen sind. „Der regierende Bürgermeister war Tennis spielen, obwohl er bereits wusste, dass 45.000 Berliner Haushalte ohne Wärme und Licht in einer Notlage waren und während Menschen in Gefahr gerieten“, zeigte sich Grünen-Fraktionschef Werner Graf fassungslos.
Auch der FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki kritisiert das Verhalten Wegners und sieht ihn als dem Amt nicht gewachsen. „Das ist einfach nicht hinnehmbar“, so Kubicki.
Koalitionspartner geht auf Distanz
Der Koalitionspartner SPD ging auf Distanz. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sagte zu dem Tennismatch: „Ich kann es nicht ganz nachvollziehen.“ Aus der Bevölkerung bekomme sie „sehr irritierte Reaktionen“.
SPD-Fraktionschef Raed Saleh sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei ein „unverständlicher Umgang“ des Regierungschefs mit der Krise. Berlins früherer Regierender Bürgermeister Walter Momper, ebenfalls SPD, bilanzierte im dpa-Interview: „Er hat die Dimension der ganzen Geschichte nicht erkannt.“
Lob vom Kanzler fürs Krisenmanagement
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verteidigte das Krisenmanagement. „Hier ist wirklich exzellente Arbeit der Hilfsorganisationen, der Polizei, der Bundeswehr geleistet worden“, sagte der CDU-Chef nach der CSU-Klausur im bayrischen Kloster Seeon. Berlin hatte eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen und auch die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten.
Eine direkte Frage nach dem Tennismatch Wegners beantwortete Merz nicht. CSU-Chef Markus Söder ging hingegen darauf ein. „Da geht es hier um Linksterrorismus und nicht um eine Stunde Tennis spielen.“
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