Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hat einem Wechsel an der Spitze der Bundes-SPÖ eine deutliche Absage erteilt. Die Wiener Landesorganisation sei immer ein „sehr loyaler Teil der Gesamtpartei“ gewesen und habe die jeweiligen Bundesparteivorsitzenden unterstützt, erklärte der mächtige rote Politiker am Donnerstagabend in „Wien heute“.
Angesprochen auf das angebliche Interesse des früheren Parteichefs Christian Kern, seinen alten Job wieder zu übernehmen, zeigte sich Ludwig distanziert.
Kern habe in vielen Interviews immer wieder kundgetan, dass er seine Aufgabe in der Privatwirtschaft sehr ernst nehme und nicht in die Politik zurückkehren wolle: „Ich gehe davon aus, dass das Bestand hat.“ Daher sehe er das nicht als wichtiges Thema.
Babler als einziger Kandidat nominiert
Babler wurde für den Parteitag vom Vorstand als einziger Kandidat für den Vorsitz nominiert. Allerdings hat die Bundespartei zuletzt kundgetan, dass dieses Gremium allenfalls gemäß Statut noch einen weiteren Bewerber aufstellen könnte. Man gehe aber nicht davon aus. Ohne die Unterstützung der Wiener Partei und der Gewerkschafter gilt eine Bewerbung Kerns als sehr unwahrscheinlich.
Einem Wechsel an der Spitze stehen dem Vernehmen nach einige Landesorganisationen positiv gegenüber. Denn auf regulärem Weg wäre der Parteitag die letzte Möglichkeit, vor den wichtigen Landtagswahlen 2027 und 2028 eine Änderung bei der Führung der Bundespartei vorzunehmen. Die Periode des Bundesparteivorsitzenden läuft nämlich drei Jahre. Entsponnen hat sich die Diskussion vor allem angesichts mäßiger Umfragewerte der Sozialdemokraten.
Wie Michael Ludwig seine Rückendeckung für Andreas Babler begründet und was der Wiener Bürgermeister zu Asylmissbrauch und Kopftuch sagt, lesen Sie am Freitag im großen Interview auf „Krone+“.
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