Nicht nur mögliche Anti-Israel-Proteste, die den in Wien im Mai stattfindenden Song Contest begleiten könnten, bereiten den Veranstaltern Kopfzerbrechen. „Krone“-Cyberexperte Dr. Cornelius Granig warnt vor allem vor diversen Cyberattacken. Jene machten auch schon bei vergangenen Song Contest-Bewerben so einige Probleme.
Um Mitternacht nahm zum Jahreswechsel die „ESC-Clock“, also ein Countdown, am Wiener Rathausplatz ihren Betrieb auf. Sie zeigt bis zum Finale des Eurovision Song Contest am 16. Mai 2026 die verbleibenden Tage, Minuten und Sekunden an. Was für unzählige Fans des Musikspektakels und Touristen ein gutes Motiv für ein Selfie ist, bereitet so manch anderem auch Kopfschmerzen.
Israel für diverse Teilnehmerländer ein rotes Tuch
Seit klar ist, dass der Song Contest nach 1967 und 2015 erneut in Wien ausgetragen wird, wird er von Störfeuern begleitet. Auch Israel wird erneut teilnehmen, was andere Länder dazu veranlasste, Boykotte anzudrohen. Hintergrund ist der (vorerst) ruhende Krieg gegen die Hamas in Gaza, im Zuge dessen viele Israel Kriegsverbrechen und Völkermord vorwerfen. Österreich sprach sich für die Teilnahme Israels aus – die Sicherheitsmaßnahmen beim ESC werden bei Terrorwarnstufe vier von fünf wohl enorme Ausmaße annehmen.
Kriminelle werden die Aufmerksamkeit nutzen, die auf uns gerichtet ist. Wir müssen massiv dagegenhalten, da es um unsere internationale Glaubwürdigkeit geht.

„Krone“-Cyberexperte Dr. Cornelius Granig
Bild: Imre Antal
Song Contest für Hacker äußerst attraktiv
Auch von anderer Seite droht Ungemach, warnt der „Krone“-Cyberexperte Dr. Cornelius Granig. Der ESC bündle enorme Aufmerksamkeit, starke Emotionen und politische Reaktionen. Eine Kombination, die die Veranstaltung sehr attraktiv für Cyberkriminelle mache, so Granig. Vor allem für jene mit staatlicher Unterstützung. „Die Gefahr ist real“, rügt Granig jene, die nun Panikmache vorwerfen.
Unliebsame Botschaften, altbekannte Angreifer
Beim ESC 2019 im israelischen Tel Aviv kam es zu einem Cyberangriff auf den Livestream, politische Botschaften wurden eingeblendet. Überlastungsangriffe auf Webseiten machten den Organisatoren beim ESC 2022 im italienischen Turin zu schaffen. Auch 2025 in der Schweiz gab es Überlastungsangriffe der Hackergruppe „NoName“, die auch in Österreich bei den Nationalratswahlen 2024 ihr Unwesen getrieben hatte.
Öffi-Verkehr und Einlasssystem als neuralgische Punkte
Ziel der Attacken auf Großereignisse sei, einen Vertrauensverlust in der Bevölkerung sowie eine möglichst negative öffentliche Wahrnehmung herbeizuführen. Doch was ist vorstellbar? Laut Granig müsse man vor allem mit Störungen des öffentlichen Verkehrs über Angriffe auf Sicherheitssysteme beim Einlass bis hin zu Ausfällen bei Übertragungen oder auch der gezielten Erzeugung von Panik durch Desinformation rechnen. Ein „reales Gefahrenpotenzial“, warnt Granig. Er ist jedoch zuversichtlich, dass die Veranstalter die Herausforderung im Blick – und unter Kontrolle – haben.
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